Mittwoch, 29. Mai: Gemeinsam mit dem FilmInitiativ Köln hatte der WDR zur Vorabaufführung des neuen Dokumentarfilms „Atomic Africa“ von Marcel Kolvenbach ins Filmforum am Dom geladen. In der Reihe „WDR-Dokwerkstatt“ präsentierte man den „ersten Dokumentarfilm dieser Art im deutschen Fernsehen“, so die zuständige Redakteurin Jutta Krug, als Welturaufführung eine Woche vor seiner Fernseh-Erstausstrahlung in Anwesenheit zahlreicher Beteiligter. Neben dem Filmemacher Kolvenbach waren auch seine beiden engagierten Produzenten Tristan Chytroschek und Robert Tasso Pütz zugegen. Außerdem hatte man es ermöglicht, mit dem Menschenrechtsaktivist Golden Misabiko aus dem Kongo und mit Anthony Lyamunda aus Tansania zwei der Protagonisten des Films nach Köln zu holen. Im Publikumsgespräch beantworteten diese gerne die zahlreichen Fragen der Zuschauer im gut gefüllten Filmforum.

In Kolvenbachs Film geht es um den Strommangel in Afrika, der nun durch Pläne vom Bau neuer Atomkraftwerke vor Ort behoben werden soll. Kolvenbach selbst lebte seit drei Jahren in Afrika und stolperte immer wieder über Zeitungsschlagzeilen, in denen die Atomenergie als die Lösung der Probleme gepriesen wurde. Die Euphorie der Stadtbevölkerung über diese Regierungspläne sei dabei vergleichbar mit der Situation in Deutschland in den 50er Jahren, als die Atomkraft als Energie der Zukunft bejubelt wurde. „Meine größte Herausforderung war, sichtbar zu machen, was noch nicht sichtbar ist“, kommentierte der Regisseur im Filmforum die Tatsache, dass sich sein Film lediglich mit Projekten beschäftigt, die noch nicht in die Tat umgesetzt sind. Aber genau wie seinen afrikanischen Protagonisten geht es auch dem deutschen Filmemacher darum, diese Pläne noch vor ihrer Durchführung zu verhindern. Er zeigt uns in „Atomic Africa“ die Gefahren, etliche ungelöste Probleme und auch die wirtschaftlichen Einbußen, die entgegen anders lautender Regierungsfloskeln aus diesen Plänen erwachsen würden.

Eines der grundlegenden Probleme besteht in der Tatsache, dass die afrikanischen Regierungen eng mit multinationalen Konzernen wie der französischen Areva oder der russischen Rosatom zusammenarbeiten und deswegen stets Entscheidungen zugunsten der Atom-Lobby treffen. „Mächtige Leute und Firmen machen es sehr schwer, gegen die Atompläne in Tansania zu protestieren“, erläuterte Anthony Lyamunda. Dabei gefährde speziell in seinem Land der Uranabbau massiv die Nahrungssituation. Da dieser ausgerechnet in der „Kornkammer Tansanias“ stattfinden soll, würden der Reisanbau und der Fischfang dort quasi zum Erliegen kommen. Bei seiner Rückkehr nach Tansania droht Lyamunda ein Gerichtsverfahren, bei dem ihm „Vortäuschung falscher Tatsachen“ vorgeworfen wird. Golden Misabiko hat sogar schon Gefängnisstrafen hinter sich. Nachdem ihm die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton die Ausreise aus dem Kongo ermöglichte, lebt er nun dauerhaft im Exil in Südafrika, da „man mich wohl umbringen würde, wenn ich heute in den Kongo zurückkehrte“, so Misabiko. Eindringlich machte er den Anwesenden deutlich, dass Atomkraftwerke in Afrika für die ganze Welt eine Bedrohung darstellen würden, da diese schlecht geschützt und auch die Lagerung der Abfälle äußerst lachs gehandhabt werden würde, wie man auch jetzt schon anhand der alten Atomarwaffen Südafrikas vor Augen geführt bekäme.
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