Montag, 5. März: Nach der Präsentation des Filmes „Schilf – Alles, was denkbar ist, existiert“ herrschte zunächst einmal Stille im Publikum. Das Langfilmdebüt der Regisseurin Claudia Lehmann über Wurmlöcher, Viele-Welten-Theorien und Zeitreise-Phänomene hatte den beabsichtigten Effekt nicht verfehlt. Einige der Zuschauer suchten händeringend nach einer Erklärung für das soeben Gesehene, das Claudia Lehmann allerdings nicht einfach so preisgeben wollte. „Ich finde die Verwirrung, die Sie erleben, gut“, kommentierte die Filmemacherin die Perplexität einiger Anwesender. Genau darum sei es ihr beim Drehen gegangen: Die Verwirrung zu bebildern, die man angesichts der komplexen physikalischen Theorien erfahren kann. Letztendlich gehe es in der Physik ja auch darum, ob man an eine Theorie glaubt und wie sich diese mit dem in Einklang bringen lässt, was man durch Beobachtung wahrnimmt.
Einige der Zuschauer hatten im Vorfeld die Romanvorlage Juli Zehs gelesen und sprachen Claudia Lehmann auf die gröbsten Veränderungen hinsichtlich des Originals an. So wurde aus dem mysteriösen Kriminalkommissar Schilf, dessen Name dem Buch als Titel dient, in Lehmanns Adaption das gealterte Selbst einer der Hauptfiguren. Die Regisseurin, die auch das Drehbuch mit verfasst hatte, begründete diesen Entschluss damit, dass es für sie „wichtig war, dass der Film eine physikalische Logik hat.“ Die entsteht durch das Schließen jener Erklärungslücke des Romans. Lehmann war zunächst irritiert, dass sie von Juli Zeh gar nicht auf diese freie Neuinterpretation angesprochen wurde, nachdem sie der Schriftstellerin erste Drehbuchentwürfe vorgelegt hatte. Schnell wurde aber klar, dass Zeh damit völlig einverstanden war, diese Änderungen sogar für gut hielt, da sie selbst eine Lösung in der Art für sich im Hinterkopf durchgespielt hatte. Nach dem Besetzungsprozess der Hauptrollen befragt, enthüllte Lehmann, dass Stipe Erceg schon sehr früh für die Rolle des Oskars festgestanden habe. Etwas komplizierter war indes die Suche nach einem geeigneten Darsteller für die Figur des „Sebastian Wittich“. Zusammen mit ihrer Casting-Agentin Simone Bär wurden hierfür mehrere Schauspieler getestet, doch als Mark Waschke für den Part vorsprach, musste Lehmann nicht mehr lange überlegen. Für sie war dann eine weitere Idealbesetzung gefunden, nicht zuletzt, weil sich Waschke während der Dreharbeiten auch als überaus physikbegeistert erwies.
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