Kommunikation ist alles. Die Internationale Photoszene Köln setzt mit dem Antritt von Heide Häusler und ihrem neuen Team auf Gespräche und Aktionen. Das Geld – und wohl auch die Orte – für eine große Ausstellung, wie sie in den letzten Ausgaben zur Architektur in China oder dem Lebenswerk von René Burri realisiert werden konnten, sind diesmal nicht zu stemmen. Aber in der Not hat man sich nach neuen Konzepten umgesehen und ein interessantes Programm auf die Beine gestellt.
Über 80 Galerien und öffentliche Räume werden in der Zeit vom 16. bis 21. September Ausstellungen zur Fotografie bieten. Da die Photokina ihre legendären Bilderschauen – die L. Fritz Gruber nach dem Kriege entwickelte und zu den interessantesten Fotopräsentationen weltweit ausbaute – ohne Wenn und Aber gestrichen hat, wird die Stadt zur Topographie der Fotokunst werden.
Die Besucher sollen schauen können und darüber hinaus unmittelbar Zugang in die Arbeitsprozesse des Mediums finden. Deshalb werden Tag für Tag Führungen organisiert, die Kuratoren und Fachleute begleiten. Erst über den intimen Kontakt zum Medium entzündet sich eben jene Neugierde, die uns zu Fans dieser klassischen Kunst der Moderne werden lässt. Die so vorschnell totgesagte Fotografie erlebt eine nie dagewesene Begeisterung, die auch das Festival in eine neue Ära tragen soll.
Es gibt Workshops über die Herstellung von Fotobüchern, die von keinem geringeren als Jacob Aue Sobol, einem Magnum-Fotografen betreut werden. Der langjährige Präsident der Magnum-Agentur, Thomas Höpker, kommt aus New York zu Veranstaltungen und Diskussionsrunden. Seine legendären Arbeiten über Amerika und Muhammed Ali zeigt die in focus Galerie.
Die Galerie Thomas Zander präsentiert die Arbeiten von Lee Friedlander und Pierre Bonnard. Die emotionsgeladenen Fotografien des Amerikaners Lewis Hine, der zwischen 1908 und 1924 die Kinderarbeit in den USA dokumentierte, werden in der Galerie Arbeiterfotografie zu sehen sein. Ein paar Straßen weiter, ebenfalls in Nippes, zeigt die Galerie Kunstwerk „Aktfotografie im Wandel der Zeit“. Unter dem neckischen Titel „Schau hin. Wie schön ich bin!“ fächert man ein Panorama der Akte aus 100 Jahren auf. Damit die Ereignisse auch ihr gebührendes Echo finden, wird die von Damian Zimmermann betreute neue Fotozeitschrift „L.Fritz“ das Festivaltreiben dokumentieren und kommentieren. Damit ist der Startschuss für das neue Organ gegeben, das in Zukunft in den Festivalpausen zwischen den Jahren erscheinen soll und so innerhalb der Szene zu einem wichtigen Bindeglied werden kann.
Zwei Festivalzentren wird es geben. Das Museum für Angewandte Kunst bietet sich als Treffpunkt der Fotografie in der Altstadt an, während das zweite Herz der Photoszene diesmal in Mülheim gleich gegenüber dem Kölner Schauspiel schlagen wird. Dort eröffnet Markus Schaden am 19. August das PhotoBookMuseum mit der Rekonstruktion des legendären Café Lehmitz in Hamburg. Es gibt eine Lounge und einen Lesesaal mit 200 neuen Fotobänden, die Appetit auf die Präsentation von Fotografie im Medium des Buches machen sollen. Markus Schaden, der das Buch für den idealen Partner der Fotografie hält, und die Bedeutung der Austellungsarchitektur eher in Zweifel zieht, wird sich auf wunderbare Weise untreu werden, und die Arbeiten von Daidō Moriyama, Ed van der Elsken und einer Menge anderer Hochkaräter in seinem erfundenen Museum zeigen. Diese Diskussion Wall and Paper, Ausstellung oder Buch, wird etliche der Talkrunden beschäftigen. Dass es im PhotoBookMuseum auch ganz handfest um die Produktion von Bildern geht, demonstriert das schon fast legendäre Fotoabor Kontraste, dessen Team dazu einlädt, zu beobachten, wie sich unter rotem Licht das Wunder der Bildwerdung ereignet.
The PhotoBookMuseum – Grand Opening | 19.8. 20 Uhr | Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, K-Mülheim
Fotoszene-Festival | 16.9.-21.9. | www.photoszene.de
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