Himbeeren sind eigentlich zarte, empfindliche Früchte. Sich ein ganzes Land daraus vorzustellen, aktiviert unsere surreal-psychodelische Fantasie. Das hat die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin nicht davon abgehalten, die hypertroph-konsumistische Warenwelt der BRD mit dem Begriff vom „Himbeerreich“ zu beschreiben. „Das Himbeerreich“ lautet auch der Titel des neuen Stücks von Dokumentarfilmer Andres Veiel. Es basiert auf Interviews mit etwa 25 älteren Bankern, allesamt entweder abgehalftert oder in der Warteschleife, die unter der Versicherung der Anonymität Rede und Antwort standen. Veiel hat daraus ein Stück destilliert, in dem fünf Männer und eine Frau aus der Innensicht über das Finanzsystem sprechen. Über seine Mechanismen, über Gier, den Zynismus, über Risiken, die der Staat deckt, in Kauf genommene Krisen. Gesprochen wird in Sätzen, in denen zynische Finanzplattitüden und Investmentsprech sich mit selbstverliebten Klagen paaren. Von Entlarvung kann man bei Veiels Stück kaum sprechen, eher einer narzisstischen Selbstdarstellung, deren Dokumentation für sich selbst steht und die das Theater im Bauturm zur Saisoneröffnung in der Inszenierung von Stefan Herrmann herausbringt.
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