„Man muß die Menschheit lieben, um in das eigenthümliche Wesen jedes einzudringen; es darf Einem keiner zu gering, keiner zu häßlich sein, erst dann kann man sie verstehen“.Das schrieb der Arzt und Autor Georg Büchner. Ärzte haben allerdings, das gilt später auch für Anton Tschechow, einen ziemlich abgeklärten Blick auf die Menschen, ihre Träume, Illusionen und Abgründe. Der 1813 geborenen Büchner fand sich damit nicht ab, sondern münzte seinen sezierenden Blick unmittelbar in politisches Engagement gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse nach 1815 um, die beißend nach Autoritarismus, Neoklerikalismus und Überwachungsstaat rochen. Zwischen der historischen Situation des Vormärz und den aktuellen Verhältnissen, die viele Menschen verunsicherten, sieht Regisseur Björn Gabriel zahlreiche Parallelen. Der Leiter des studio trafique in Nippes inszeniert als Gast am Theater der Keller den Abend „Büchner – Die Weltgeschichte meint es nicht persönlich mit dir“.
Ausgangspunkt der Produktion sind dessen Flugschriften des Hessischen Landboten, die mit dem Motto „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ aufwarteten. Auf der Bühne steht eine solche Hütte, die über Videoprojektionen einsehbar ist. Das Refugium beherbergt eine Redaktion von vier zeitgenössischen Aktivisten, gespielt von Anna Marienfeld, Susanne Seufert, Jan Sabo und Moritz Reinisch. „Sie versuchen, die Welt zu beschreiben und die Verhältnisse zu verbessern, gleichzeitig produzieren sie aber auch Poesie“, erzählt Björn Gabriel. Der Regisseur zieht einen Vergleich zu den Autoren der Beat-Generation, die sowohl politische Schriften als auch Literatur produziert und sie sich gegenseitig vorgetragen hätten. Auch in der Hütte würden gemeinsam politische Texte diskutiert, man hocke in der Sauna, doch dann bleibe eine Figur zurück, drifte in nächtliche Albträume und damit in die Literatur ab. Und ähnlich wie die Beat-Generation spielte schon in Büchners Werken, von den Stücken „Woyzeck“, „Dantons Tod“, „Leonce und Lena“ bis zur Erzählung „Lenz“ das „Nichtpassen in die Gesellschaft“, das Außenseitertum eine große Rolle. Inwieweit diese Erfahrung auch Büchners eigene und damit die Voraussetzung für das politische Engagement, aber auch die literarische Produktion ist, wird der Abend zeigen.
Büchner – Die Weltgeschichte meint es nicht persönlich mit dir | 24., 25.3., 6., 7., 21., 22.4. | Theater der Keller | 0221 31 80 59
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