choices: Herr Fürst, was ist so spannend am Tourismus, dass man ihn auf die Bühne bringen muss?
Jörg Fürst: Der Tourismus, dessen Ursprünge bis in die Romantik zurückgehen und der eng mit der Entwicklung moderner Verkehrsmittel verbunden ist, ist ein zentrales Phänomen unserer Gesellschaft und zählt mit 650 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr weltweit zu den stärksten Wirtschaftszweigen.
Aus 200 eingereichten Produktionen der NRW-OFF-Theaterszene der letzten zwei Jahre hat die Künstlerische Leiterin des Festivals FAVORITEN 2010 – Aenne Quiñones – zwölf Produktionen ausgewählt, die im Rahmen des Dortmunder Festivals vom 28. Oktober bis zum 6. November gezeigt werden.
Theater reagiert selten zeithistorisch aktuell. Das nö-theater köln zeigt im Theater Tiefrot mit „Der Vorgang Oury Jalloh“, dass es auch anders geht. Die Truppe um Regisseur Janosch Roloff hat sich den Fall des in einer Dessauer Polizeizelle verbrannten Flüchtlings vorgenommen.
Aus 200 eingereichten Produktionen der NRW-OFF-Theaterszene der letzten zwei Jahre hat die Künstlerische Leiterin des Festivals FAVORITEN 2010 – Aenne Quiñones – zwölf Produktionen ausgewählt, die im Rahmen des Dortmunder Festivals vom 28. Oktober bis zum 6. November gezeigt werden. Arbeiten über „urbane kulturelle Entwicklungen, die mittlerweile aktuelle Bühnenformate hervorgebracht haben, werden neben spartenübergreifende Theater- und Tanzprojekte“ gestellt, die gegenwärtige gesellschaftliche Fragen aufwerfen, um „die sich rasant verändernden Lebensbedingungen der modernen Stadt“ insgesamt zu thematisieren.
Es sei das „Urviech unter den Festivals“ meinen Ursus & Nadeschkin. Die beiden Schweizer haben ja so recht: 20 Jahre wird das Internationale Köln Comedy Festival in diesem Jahr. Dieter Nuhr erinnert sich in dem Zusammenhang an Zeiten, in denen es Witze nur auf dem Schwarzmarkt gab.
choices: Herr Papakostopoulos, wie überlebt man 20 Jahre in der Freien Szene?
Kostas Papakostopoulos: Ich kann es selbst kaum glauben, dass wir 20 Jahre überlebt haben. Als ich begann, habe ich mich immer gefragt: Wie schaffe ich das nächste Projekt? Eine Zukunftsplanung ist mir nie gelungen, das ist in der Freien Szene auch nicht möglich. Man lebt immer mit der Hoffnung, das nächste Jahr zu überleben. Selbst jetzt weiß ich nicht, ob es uns nächstes Jahr noch gibt. Die letzten Jahre haben allerdings insofern eine Verbesserung gebracht, als wir vom Land eine dreijährige Förderung erhalten.
choices: Herr Claessen, wie kam der Kontakt zum Theater im Bauturm zustande?
Max Claessen: Über die Dramaturgin Kerstin Ortmeier, die hier seit vergangener Spielzeit arbeitet. Wir kennen uns aus Erlangen, wo ich studiert und im Experimentiertheater herumprobiert habe. Kerstin, die eine große Netzwerkerin ist, hat dort meine ersten Gehversuche als Regisseur miterlebt. Als ich Regieassistent am Thaliatheater in Hamburg und sie auf Kampnagel war, haben wir uns wiedergetroffen.
Sie schlüpfen aus dem Sommerloch wie die Schmetterlinge aus ihren Larven: Der Kleinkunst-Nachwuchs vermehrt sich von Jahr zu Jahr im Affenzahn. Wobei die Altvorderen sich deswegen nicht auf den Rückzug machen.
Bei einer absoluten Kölner Institution gehen zu Beginn der Spielzeit 2010/2011 die Lichter aus! Nein, es handelt sich diesmal nicht um ein Freies Theater wie den Raketenclub oder die Kunst- und Museumsbibliothek...
Während der theaterfreien Zeit wird man jährlich verlässlich mit Schwachsinnsmeldungen über das Sommerloch hinweg unterhalten: „Krokodil im Badesee gesichtet“, „Erste ipad-Rede im Bundestag“, „Vuvuzela blasen hilft bei Menstruationsschmerzen“ oder „Krake Paul wird spanischer Ehrenbürger“. Das entlockt ein Schmunzeln, und man weiß, es ist hierzulande nichts wirklich Schlimmes passiert. „Klimaanlagen der deutschen Bahn funktionieren nur bis 32 Grad“. Schon wieder ein Witzbold am Werk? Nicht witzig, hat man einmal das Versagen der deutschen Kühltechnik in einem der hochgerüsteten ICE-Züge am eigenen Leib miterlebt. Folgt dann noch die Meldung: „Klimawandel schuld am Versagen der Deutschen Bahn“, weiß man spätestens, dass im Land der Dichter und Denker nicht mehr alle ganz dicht sind.
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