Zu den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gehört, dass seit Mitte März die Veranstaltungen in den Kölner Live-Clubs ausfallen. Der Kölner Verband Klubkomm hat eine Streamingplattform ins Leben gerufen, die Live-Veranstaltungen nun wieder möglich macht und dazu beitragen soll, die weggebrochenen Einnahmen von Künstlern und Veranstaltern und deren Teams über Spenden ein wenig auszugleichen. Das Angebot reicht von Konzerten und DJ-Sets bis zu Theatervorführungen und Lesungen und ermöglicht auch Interaktionen mit den Künstlern per Chat. Wir sprachen mit Jens Ponke, Mitinhaber der Wohngemeinschaft im Belgischen Viertel und Mitbegründer der Konzertreihe At The B-Sites.
choices: Jens, wie ist die Lage im Moment speziell für Club-Betreiber?
Jens Ponke: Prekär! Die Clubs haben keine Einnahmen bei fast unveränderten monatlichen Fixkosten. Das betrifft aber bei weitem nicht nur die Betreiber selbst, sondern den Kulturbetrieb als Ganzes. Techniker, Booking-Agenturen, Veranstalter – die Liste der Menschen, die man braucht, um Konzerte, Lesungen oder Shows auf die Bühne zu bringen, ist ziemlich lang. Sie alle brauchen jetzt Unterstützung, dass „nach der Krise“ in Köln ein breit gefächertes und qualitativ hochwertiges Kulturprogramm erhalten werden kann.
Ihr habt ja bereits erste Livestreams gesendet – hat das technisch und organisatorisch schon gut geklappt?
Technisch funktioniert das sehr gut und organisatorisch finden wir als ehrenamtliches Team aus Mitarbeitern ganz verschiedener Live-Clubs in Köln gerade unsere Strukturen. Natürlich ist noch immer einiges improvisiert, aber wir sind alle sehr motiviert, die Aktion weiter auszubauen und unsere Kontakte und vor allem unsere Leidenschaft für Musik, Literatur und Kunst voll einzubringen.
Bleiben die Streams online?
Ja, zumindest so lange der Künstler das möchte. Das ist auch ein zentraler Punkt: Die Streams sind ein Akt der Solidarität und haben keinen kommerziellen Hintergedanken. Jeder bringt ein, was er kann, und behält jederzeit die volle Kontrolle über seinen Beitrag.
Wie viele Events sind bisher geplant und gibt es dazu ein Bewerbungsverfahren?
Wir planen mit 3 bis 4 Events pro Tag und versuchen, möglichst viele Orte und Veranstalter der Kölner Kulturlandschaft einzubeziehen. Wir wollen ein möglichst diverses Programm schaffen, dass die kreative Schaffenskraft unserer Stadt bestmöglich repräsentiert. Über Bewerbungen und Unterstützungsangebote freuen wir uns natürlich.
Werden Spenden einzelnen Veranstaltungen zugeordnet?
Ja. Der CCS soll nicht nur Hilfsgelder für Clubs generieren, sondern für alle, die an Kulturproduktionen beteiligt sind. 33% der Einnahmen jedes Streams gehen daher direkt an den Künstler, 33% an die Produktionscrew und 33% landen im Solidaritätspakt. Man kann also gezielt Lieblingskünstler oder -orte unterstützen.
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