Seit 1989 liegt Monat für Monat choices in Kinos, Theatern und vielen anderen Veranstaltungsorten aus. Seit 25 Jahren bedient die Zeitschrift ihre Leser mit Informationen, Hintergrundberichten und Terminen im Großraum Köln-Bonn: Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Dabei hat sich das Journal im Laufe der Jahre ganz schön gemausert.
Klar: Eigenlob stinkt. Aber niemand wird widersprechen, wenn ich betone, dass nicht nur der Umfang, sondern auch der Inhalt um ein Vielfaches gewachsen ist. Ganz zu schweigen von den Aktivitäten, mit denen die Zeitschrift aufwartet: Eine kleine Hommage findet am 15. Mai aus Anlass des Geburtstages im Atelier Theater statt. Dort treten die einmalige Hildegart Scholten, Fußpflege Deluxe und Manuel Wolff auf, um es richtig schön krachen zu lassen. Carolin Seeger und Christoph Schlewinski heißen die beiden mit Fuß- und Pflegefällen befassten Künstler, eine Schauspielerin und ein Autor, die sich vielleicht einen anderen Namen hätten aussuchen sollen: also keinen, den man mit Puscheln und Pumps assoziiert. Manuel Wolff wiederum ist einer von jenen hellwachen Nachwuchskünstlern, die jede Gelegenheit wahrnehmen, sich am lebenden Publikum auszuprobieren.
Einer der Höhepunkte des choices-Geburtstagsabends ist zweifelsfrei der Auftritt von Hildegart Scholten, jener glücklosen, allein lebenden Frau in den mittleren Jahren, die trotz aller Bemühungen noch kein männliches Deckelchen gefunden hat. Das ist für Frau Scholten aber kein Grund zur Resignation oder gar zum Verzweifeln. Mit der ganzen Kraft ihres XXL-Herzens durchpflügt sie die Männerwelt, schreckt vor lauthals gesungenen Liedern nicht zurück und ist dankbar für jede kleine Aufmerksamkeit. Moderiert wird die Mixed-Show von Torsten Schlosser, dessen spezielles Humorverständnis so manchem Zuschauer dicke Fragezeichen in die Augen treibt.
Endspurt vor der Siegerehrung am 7. Juni in Berlin: Die letzte Kölner Runde der Kabarettbundesliga drehen Sabine Domogala & Philipp Scharri am 16. im Senftöpfchen-Theater. Was heißt, dass die Motivationstrainerin gegen den Sprachartisten antritt, der auf der Liga-Tabelle ganz oben steht – und womit Kurt Tuchholsky einmal mehr recht hat: Das Publikum ist gar nicht so dumm. Diesem verlangt der Poetry-Slammer und Sprachartist nämlich einiges an intellektueller Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit ab. Mit Endreimen und Blankversen, Alexandrinern und Hexametern glänzt Scharri als sprachlicher Art Hochleistungssportler: tollkühn, gewandt und ziemlich witzig.
Ganz anders seine Gegnerin: Domogala gibt die Motivationstrainerin aus Leidenschaft, bedient sämtliche Vorurteile, die man mit der Berufsbezeichnung Coach verbindet und setzt noch einen drauf, indem sie vorgibt, Trost zu spenden, den keiner braucht. Man darf gespannt sein, wem das Publikum die meisten Stimmen gibt, denn das alleine entscheidet über den Sprung in die erste Bundesliga.
Mutterseelenallein steht am 23. Mai ein Mann auf der Bühne der Comedia: Matthias Egersdörfer aus Mittelfranken begrüßt das Publikum mit einem gemütlichen „Gutn Obend“ und erzählt ausführlich davon, wie wichtig der Kaffee am Morgen für ihn sei. Manchmal bereitet er sich auch einen mitten in der Nacht zu. Womit die Geschichte „Vom Ding her“ – so der Titel seines ins Phantastische abdriftende Programm – ihren dramatischen Lauf nimmt. Man erfährt, wie die häuslichen Wurzeln seinen Charakter geformt haben, woher die Qualifikation zum missmutigen Blick auf die Welt stammt und wieso er gerne herum brüllt („schreiende Frauen kann ich in- und auswendig“).
Egersdörfer kann sich bei seinen verbalen Streifzügen durch die Absurditäten einer aus den Fugen geratenen Welt zwar verhaspeln oder den Faden verlieren, bleibt dabei aber immer seiner Kunstfigur treu: ein Mann, der bei der Betrachtung seiner Umwelt rot sieht und ausrastet. Stellvertretend für uns alle – ein kathartisches Vergnügen, schwört wie immer hoch und heilig die Ihnen stets ergebene
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