Mittwoch, 26. April: Die monothematisch kuratierte Filmreihe „Filmgeschichten“ erfreut sich im Filmforum im Museum Ludwig Köln seit längerem wachsender Beliebtheit. Nachdem man sich im vergangenen Jahr in sieben Filmen „Dreiecksgeschichten“ angenommen hatte, locken 2023 sogar schon neun Filme zum Wieder- und Neuentdecken. Das Thema lautet nunmehr „Grenzgänge“, und in neun sehr unterschiedlichen Filmen, die zwischen 1958 und 2022 realisiert wurden, wird dabei den verschiedensten Grenzgängen und Grenzüberschreitungen nachgegangen. Neben nationalen Grenzen bekommt es das Publikum dabei auch mit emotionalen, religiösen, mentalen und kulturellen zu tun. Den Auftakt bildete am Abend die Digitalprojektion des Genreklassikers „Eins, zwei, drei“ von Billy Wilder in untertitelter Originalfassung, zu der der Filmkritiker und -kurator Daniel Kothenschulte die Einführung hielt, ein fester Bestandteil der gesamten „Filmgeschichten“-Reihe. Kothenschulte räumte zunächst einmal mit dem sich wacker haltenden Gerücht auf, der in Deutschland gedrehte Wilder-Film wäre bei seiner Erstaufführung gefloppt und hätte sein Publikum erst bei seiner Wiederaufführung im Jahr 1985 erreicht. Bereits 1961/62 hätten den Film 900.000 Menschen im Kino erlebt, beim Wiedereinsatz sind dann noch einmal 600.000 hinzugekommen, was die Popularität des Films, gemeinsam mit etlichen Fernsehausstrahlungen, freilich noch einmal deutlich angekurbelt hatte.

Filmklassiker voller Anspielungen
Wilders Film stecke voller Anspielungen, beispielsweise seien die drei Kommunisten eine Hommage an die drei Genossen aus Ernst Lubitschs Komödienklassiker „Ninotschka“, führte Daniel Kothenschulte aus. Auch der Name des von James Cagney gespielten Protagonisten MacNamara sei ein direkter Verweis auf den damaligen US-Verteidigungsminister Robert McNamara, dessen auffälligen Mittelscheitel man im Film sogar kopierte. Hinzu kämen „etliche andere Anspielungen, die man heute gar nicht mehr alle versteht“, so Kothenschulte. Offensichtlich und ungewohnt für einen Film aus dieser Epoche sind neben dem komödiantischen Umgang mit der NS-Vergangenheit auch das schamlose Product-Placement für das Erfrischungsgetränk Coca-Cola. Das sei bereits während der Produktion auch Joan Crawford („Solange ein Herz schlägt“) sauer aufgestoßen, weswegen die zu dieser Zeit im Aufsichtsrat von Pepsi-Cola tätige Schauspielerin ihren Unmut Billy Wilder gegenüber deutlich machte. Daraufhin baute der Regisseur in „Eins, zwei, drei“ noch kurzfristig den legendären Pepsi-Gag ein. Kothenschulte erläuterte, dass noch eine andere Last-Minute-Änderung bei den Dreharbeiten unumgänglich wurde, denn mit dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 konnten einige der Grenzübergangsszenen im Film nicht mehr wie geplant on Location gedreht werden. Das Team zog daraufhin in die Bavaria-Studios in München-Geiselgasteig um, wo Teile des Brandenburger Tores für die noch fehlenden Szenen nachgebaut werden mussten. Die Reihe „Grenzgänge“ läuft noch bis Dezember 2023 im Filmforum und präsentiert monatlich einen weiteren Film zu diesem spannenden Themenkomplex.

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