Seit 2001 gibt es in Köln ein Theaterförderkonzept, welches Vergabekriterien für Fördergelder an die Freie Szene regelt. Als erstes Förderkonzept im Bereich der Freien Kunst in Köln hatte es damals Pionierfunktion und ihm sind zahlreiche Förderkonzepte in anderen Genres gefolgt. Nun steht eine Überarbeitung und teilweise eine Anpassung des Papiers an die anderen Bereiche der freien Kulturszene an. Der jetzt vorgelegte Entwurf zur Neufassung sei sowohl in Abstimmung mit Vertretern der freien Theaterhäuser und freien Gruppen als auch mit Vertretern der Besucherorganisationen, anderen Förderern, den Interessenvertretungen Theaterkonferenz und Plattform Kölner Theater sowie mit Theaterjournalisten erarbeitet worden, schildert die Kulturverwaltung im Vorwort.
Auch nimmt sie Bezug auf eine wichtige Untersuchung zur Lage der freien Theaterszene in Deutschland „Report Darstellende Künste“, herausgegeben im Jahr 2010 durch den Fonds Darstellende Künste, und die darin enthaltenen alarmierenden Erkenntnisse über die wirtschaftliche Lage der freischaffenden darstellenden Künstler.
Sehr zu begrüßen an der vorgelegten Überarbeitung ist zum einen die größere Offenheit gegenüber den unterschiedlichsten ästhetischen Ausprägungen der Theaterarbeit: „Aufgrund der starken Ausdifferenzierung und der für einige freie Gruppen typischen, permanenten Suche nach neuen Ausdrucksformen, ist der Ausschluss insbesondere neuerer Ansätze wie z.B. dokumentarische Rechercheprojekte, die professionelle Arbeit mit Laien oder Projekte, die die Sparten- und Genregrenzen überschreiten bzw. neue interaktive Raum- und Spielkonstellationen entwickeln, nicht mehr angebracht.“ Zum anderen wird die Bedeutung der künstlerischen Qualität und Professionalität in der Durchführung als einziger Maßstab für eine Förderung noch mal ganz deutlich betont. Sehr zu begrüßen ist, dass es künftig neben der bereits existierenden vierjährigen Konzeptionsförderung für Theaterhäuser und Gruppen, eine vierjährige Projektförderung und damit eine höhere Planungssicherheit für verdiente Gruppen geben soll. Leider ist die Anzahl der mehrjährigen Förderungen aufgrund des geringen Budgets auf vier Gruppen beschränkt. Das heißt, dass es bei gleich hoher künstlerischer Qualität einer ganzen Reihe von Kölner Ensembles zwangsläufig zu Ungerechtigkeiten kommen wird.
Problematisch ist zudem, dass künftig auch auswärtige Gruppen, sollten Sie in Köln den entsprechenden Partner finden, aus Kölner Mitteln gefördert werden sollen, was die eh schon sehr dünne Luft für Kölner Gruppen noch enger macht. Völlig unverständlich ist, dass sich die Verwaltung ausbedingt, über die einjährige Projektförderung alleine, ohne den Theaterbeirat, zu entscheiden und diesen damit entscheidend schwächt. Auch soll der Beirat nicht mehr – wie bisher zur Hälfte – durch die Theater gewählt werden können, sondern alleine durch die Verwaltung bestimmt werden. Dies legt eigentlich alle Entscheidungsgewalt in die Hände der Verwaltung und entzieht den Theatern die Möglichkeit zur Mitbestimmung.
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