Das Team von „Irgendwas mit Medien“ hat zur Theater-Inszenierung eine Art Gesamtkunstwerk geschaffen: Blog und „Schallplatte zum Blog zur Produktion zum Blog zur Schallplatte“, eben eine Produktion in mehreren Medien. Die LP versammelt zwölf Stücke zwischen gut hörbarem, chilligem Jazz und Hip Hop; auf der B-Seite gibt es auch ein bisschen Text mit Gesellschaftsinternetkritik.
Im Stück in der Studiobühne geht es vor allem um soziale Netzwerke, Streetview, Kinderpornografie und Revolution, meist in schnellen Klapp-Klapp-Dialogen. Drei GrundstudiumsstudentInnen wüten, auf der Suche nach einem wirkungsmächtigen Platz in der Gesellschaft, in einer fensterlosen Garage gegen die Außenwelt. In kleinen Episoden drehen sich die drei Möchtegern- Revoluzzer wie in Serienfolgen argumentativ im Kreis. Lucky bricht ab und zu mal mit der Waffe aus, aber alle haben am Ende doch nichts Reales vollbracht. Zwischendurch verstecken sie sich im Bauch einer Hai-Attrappe. Tali Barde, Jennifer Ewert und Nagmeh Alaei färben ihre Figuren umwerfend sympathisch.
Ein starker Moment liegt jedoch in einem der überraschend entspannt-formalen Spielmodule außerhalb der Episoden: Die drei Darsteller agieren belanglos vor sich hin, kommentieren aber alles wie ein langweiliger Facebook-Nutzer. Das entwickelt langsam große Komik, pures Spiel mit viel Platz für eigene Gedanken. Der Episoden- Klamauk dagegen hat viel von Boulevard- Theater und bewegt sich damit in verstaubten Bahnen. Lucky trägt Motto-T-Shirts und fragt sich, ob sich ein Baum sein Gesicht gemerkt habe, als er geschossen hat; Toni hat dauerhaft Schwierigkeiten mit Fremdwörtern und plant eine Musikvirusattacke – ohne Internetzugang.
Man läuft Gefahr, die Inszenierung für so albern hilflos zu halten wie ihre Figuren (wobei Nagmeh Alaei im Bauch des Hais trotzdem urkomisch ist). Das ganze Drum und Dran mit Blog und LP steht dem durchdachter entgegen: Es passt viel besser zum Thema, ebenso wie die übergeordnete Modul-Struktur der Inszenierung. Experiment (nur) teilweise geglückt. Aber wir haben gelacht. Echt!
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