Am 13. September 2015 wählen die Kölner ihren neuen Oberbürgermeister. Erstmalig präsentierten sich am 17. Mai die beiden Kandidaten für das höchste Kölner Amt, Jochen Ott (SPD) und Henriette Reker (parteilos), auf einem Podium im Wallraf-Richartz-Museum mit ihrer Haltung zur Lage der Kultur in Köln. Plattitüden wie „Kultur ist die Seele der Stadt“ (Reker) und „Kultur ist der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält“ (Ott) folgten dann doch substantiellere Aussagen, die Rückschlüsse auf das jeweilige Kulturverständnis der Kandidaten zuließen:
Während Henriette Reker sich konkret zu einer Erhöhung des Kölner Kulturetats auf insgesamt 5% des Gesamthaushaltes bekannte und die Kultur als harten Standortfaktor für Köln im Wettbewerb europäischer Metropolen sah, betonte Jochen Ott in „guter, alter“ sozialdemokratischer Tradition den Wert vor allem soziokultureller Projekte in den Stadtvierteln und sah die Kultur hinsichtlich ihrer städtischen Finanzierung in Konkurrenz zu den Sozialausgaben – ein grundsätzliches Missverständnis, von dem die Sozialdemokraten sich wohl auch in hundert Jahren nicht verabschieden werden. Beide Kandidaten äußerten ihre grundsätzliche Bereitschaft, an einer Neuauflage des Kölner Kulturentwicklungsplanes konstruktiv mitzuarbeiten, und befürworteten eine weitere Nutzung des Depots im Mülheimer Carlswerk als Spiel- und Produktionsstätte für Theater. In dieser Einmütigkeit ein bemerkenswerter Vorstoß, der allmählich zu einem politischen, überparteilichen Konsens werden könnte, ist doch die Wirkung, welche die Nutzung der ehemaligen Fabrikhallen durch die Bühnen der Stadt Köln für den Stadtteil Mülheim und die Stadt insgesamt hat, bislang absolut fulminant. Es wäre sehr sträflich, diesen Quantensprung in der kulturellen Stadtentwicklung einfach wieder aufzugeben und damit auch der freien Szene die Chance zu nehmen, an den Möglichkeiten der Mülheimer Spielstätten zu partizipieren. Die Äußerungen der Kandidaten stimmen da sehr hoffnungsvoll. Ebenso einmütig betonten Ott wie Reker den eigenständigen Wert der Freien Kultur- und Theaterszene für das kulturelle Leben und die Strahlkraft der Stadt und versprachen, sich für deren adäquate Förderung stark zu machen.
Einen ersten Erfolg zumindest für die freie Theaterszene gibt es da aus dem Kulturausschuss und den Beratungen für den aktuellen Haushalt der Stadt zu vermelden: Eine Kürzung von 200.000 Euro der freien Theaterförderung – dem sogenannten „Feuerwehrtopf Konzeptionsförderung“ – die zunächst beschlossen worden war, wurde nach heftigen Protesten aus der Szene schlussendlich zurückgenommen, so dass die katastrophalen Auswirkungen auf die Förderung freier Theaterprojekte aus dem Kinder-, Jugend- und Erwachsenentheater sowie die Gastspiel- und Abspielförderung wohl abgewendet werden können, sofern der Haushalt denn endlich im Juni verabschiedet werden würde.
Gute Nachrichten kommen abschließend aus Berlin: Die Kölner Tanzkompanie Mouvoir/Stephanie Thiersch wurde, neben „Ligna“ aus Hamburg und der Gruppe „She She Pop“ aus Berlin, vom Fonds Darstellende Künste für den „george tabori preis 2015“ nominiert. Es gibt sie also doch noch, die freien Kölner Kompanien, die überregional konkurrenzfähig sind...
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