Olympia in Deutschland, da war doch was? 100 Jahre, nachdem sich Nazideutschland als scheinbares Vorzeigeland präsentieren durfte und von der Filmemacherin Leni Riefenstahl entsprechend in Szene gesetzt wurde, will man die „Dämonen der Geschichte“ nun endgültig besiegen: höher, weiter, schneller denn je.
Natürlich soll Berlin der Schauplatz sein. Ob es tatsächlich die Hauptstadt wird, ist offen. Auch bei der Jahreszahl ist man flexibel: 2040 oder 2044 würde man auch mitnehmen – zum Ärger der Traditionalisten. In NRW bewirbt sich Köln unter Einbeziehung der Region Rhein-Ruhr. Bis zum 17. April können sich alle Wahlberechtigten im Land an der Abstimmung beteiligen.
Abgesehen davon, dass es längst nicht mehr um „die Jugend der Welt“ geht, die sich sportlich messen will (die Mehrheit ist aus ökonomischen und politischen Gründen eh außen vor), reicht ein Blick auf dieKosten-Nutzen-Rechnung, um zu erkennen, wie ambitioniert das Unterfangen selbst für den globalen Norden ist. Natürlich hofft man im Falle eines Zuschlags, die marode Infrastruktur im Bindestrichland direkt mit sanieren zu können – aber vermutlich eh nur dort, wo geworfen, geschwommen oder gefochten wird. Beim Rest wachsen die olympischen Augenringe.
Übrigens fand die Vergabe für 1936 bereits im Jahr 1931 statt, knapp zwei Jahre bevor die Nazis an die Macht kamen. Wie war das noch einmal mit der Tragödie und der Farce? In diesem Sinne: NOlympia 2036 an Rhein und Ruhr – und schon gar nicht in Berlin!
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