Vor zwei Jahren hat das Japanische Kulturinstitut sein 40 Jähriges Bestehen gefeiert. Seit 1969 kümmert man sich in dem Haus – neben Paris und Rom eines von nur drei Japanischen Kulturinstituten in Europa – um die Vermittlung japanischer Kultur. Das Angebot reicht von Vorträgen und Kursen über Konzerte und Kunstaustellungen zu regelmäßigen Filmreihen. In den frühen 90er Jahren konnte man hier beispielsweise den Regisseur Takeshi Kitano kennenlernen, noch bevor seine Filme in den deutschen Kinos zu sehen waren. Reihen zum Pionier Yasujirō Ozu oder der japanischen neuen Welle machten es möglich, die japanische Filmgeschichte ausgiebig zu studieren. Auch Kurosawa wurde hier ausgiebig gewürdigt. Die aktuelle Reihe zum 150 jährigen Bestehen der deutsch-japanischen Freundschaft – gewiss eine Geschichte mit dunklen Schatten – würdigt nun den wohl bedeutendsten japanischen Regisseur mit 30 Filmen die bislang ausführlichste Retrospektive. Sie ist nicht nur in Köln zu sehen sondern außerdem in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München, Frankfurt und Nürnberg. Da alle Institutionen – Filmmuseen, Kinematheken und ausgewählte Kinos – die Reihe zeitgleich zeigen und sämtliche Filme als 35mm-Kopien zu sehen sein werden, ist das alleine logistisch schon eine enorme Leistung. Da werden so einige Expresslieferungen mit wertvollem Celluloid durch die Republik kutschiert.
Akira Kurosawa, 1910 geboren und 1998 in Tokio gestorben, hatte bereits an die 50 Drehbücher geschrieben, als er 1943 ins Regiefach wechselte und in den folgenden 50 Jahren 30 Filme realisierte, die ihm schon in den 1950er Jahren mit Filmen wie „Rashomon“ (1950), „Die sieben Samurai“ (1954), „Das Schloss im Spinnwebwald“ (1957) und „Yojimbo“ (1961) einen Ruf von Weltrang einbrachten. Danach realisierte er nur noch alle 5 Jahre einen Film, darunter späte Klassiker wie „Uzala“ (1975), „Kagemusha“ (1980) und „Ran“ (1985). Die Nähe seiner frühen Samurai-Filme zum Westerngenre und die Adaption westlicher Literaturklassiker wie Dostojewskis „Der Idiot“ oder Shakespeares „Macbeth“ machten Kurosawa zum ersten in der westlichen Welt erfolgreichen Regisseur Japans, der dann auch erheblichen Einfluss auf westliche Regisseure hatte. Mit seinem humanistischen und philosophischen Werk hat er auch ästhetisch Maßstäbe gesetzt. Die Kameraarbeit in seinen Filmen ist stilbildend, den Schnitt hat bei der Hälfte der Filme der Meister gleich selbst übernommen. Ein Fest für jeden Cineasten.
Das Programm (Ort: Kino im Japanischen Kulturinstitut Köln, Universitätsstr. 98, Eintritt frei, alle Filme werden im japanischen Original mit englischen bzw. deutschen Untertiteln gezeigt):
Do. 1.9. 19 Uhr: Die sieben Samurai (1954, OmU)
Sa. 3.9. 15 Uhr: Sugata Sanshiro (1943, OmeU)
Mo. 5.9. 19 Uhr: The Most Beautiful (1944, OmeU)
Mi. 7.9. 19 Uhr: Nachtasyl (1957, OmeU)
Mo. 12.9. 19 Uhr: Die verborgene Festung (1958, OmeU)
Di. 13.9. 19 Uhr: Die Bösen schlafen gut (1960, OmeU)
Do. 15.9. 19 Uhr: Yojimbo (1961, OmU)
Sa. 17.9. 15 Uhr: Sanjuro (1962, OmeU)
Di. 20.9. 19 Uhr: Zwischen Himmel und Hölle (1963, OmU)
Do. 22.9. 19 Uhr: Rotbart (1965, OmU)
Sa. 24.9. 14 Uhr: Dodeskaden - Menschen im Abseits (1970, OmeU)
Mo. 26.9. 19 Uhr: Uzala, der Kirgise (1975, OmU)
Do. 29.9. 19 Uhr: Kagemusha - Der Schatten des Kriegers (1980, OmeU)
Sa. 1.10. 14 Uhr: Ran (1985, OmeU)
Di. 4.10. 19 Uhr: Akira Kurosawas Träume (1990, OmeU)
Do. 6.10. 19 Uhr: Rhapsodie im August (1991, OmeU)
Sa. 8.10. 14.30 Uhr: Madadayo (1993, OmeU)
Mo. 10.10. 19 Uhr: Sanshiro Sugata 2 (1945, OmeU)
Mo 10.10. 20.30 Uhr: Die Männer, die dem Tiger auf den Schwanz traten (1945, OmeU)
Sa. 15.10. 14.30 Uhr: Jugend ohne Reue (1946, OmeU)
Mo. 17.10. 19 Uhr: Ein wunderschöner Sonntag (1947, OmeU)
Do. 20.10. 19 Uhr: Der trunkene Engel (1948, OmeU)
Sa. 22.10. 15 Uhr: Das stumme Duell (1949, OmeU)
Mo. 24.10. 19 Uhr: Ein streunender Hund (1949, OmeU)
Do. 27.10. 19 Uhr: Skandal (1950, OmU)
Sa. 29.10. 15 Uhr: Rashomon - Das Lustwäldchen (1950, OmeU)
Mi. 2.11. 19 Uhr: Der Idiot (1951, OmU)
Do. 3.11. 19 Uhr: Bilanz eines Lebens (1955, OmeU)
Sa. 5.11. 20 Uhr: Ikiru - Einmal richtig leben (1952, OmeU)
Mo. 7.11. 19 Uhr: Das Schloss im Spinnwebwald (1957, OmeU)
Do. 10.11. 19 Uhr: Sugata Sanshiro (1943, OmeU)
Sa. 12.11. 15 Uhr: The Most Beautiful (1944, OmeU)
Mo. 14.11. 19 Uhr: Sanshiro Sugata 2 (1945, OmeU)
Do. 17.11. 19 Uhr: Die Männer, die dem Tiger auf den Schwanz traten (1945, OmeU)
Sa. 19.11. 14.30 Uhr: Jugend ohne Reue (1946, OmeU)
Mo. 21.11. 19 Uhr: Ein wunderschöner Sonntag (1947, OmeU)
Do. 24.11. 19 Uhr: Der trunkene Engel (1948, OmeU)
Sa. 26.11. 15 Uhr: Das stumme Duell (1949, OmeU)
Mo. 28.11. 19 Uhr: Ein streunender Hund (1949, OmeU)
Do. 1.12. 19 Uhr: Ikiru - Einmal richtig leben (1952, OmeU)
Sa. 3.12. 14.30 Uhr: Bilanz eines Lebens (1955, OmeU)
Mo. 5.12. 19 Uhr: Die Bösen schlafen gut (1960, OmeU)
Do. 8.12. 19 Uhr: Die verborgene Festung (1958, OmeU)
Sa. 10.12. 14 Uhr: Zwischen Himmel und Hölle (1963, OmU)
Mo. 12.12. 19 Uhr: Dodeskaden - Menschen im Abseits (1970, OmeU)
Do. 15.12. 19 Uhr: Uzala, der Kirgise (1975, OmU)
Sa. 17.12. 13.30 Uhr: Kagemusha - Der Schatten des Kriegers (1980, OmeU)
Mo. 19.12. 19 Uhr: Rotbart (1965, OmU)
Do. 22.12. 19 Uhr: Nachtasyl (1957, OmeU)
Do. 5.1. 19 Uhr: Ran (1985, OmeU)
Sa. 7.1. 14.30 Uhr: Akira Kurosawas Träume (1990, OmeU)
Mo. 9.1. 19 Uhr: Rhapsodie im August (1991, OmeU)
Do. 12.1. 19 Uhr: Madadayo (1993, OmeU)
Sa. 14.1. 15 Uhr: Skandal (1950, OmU)
Mo. 16.1. 19 Uhr: Rashomon - Das Lustwäldchen (1950, OmeU)
Do. 19.1. 19 Uhr: Der Idiot (1951, OmU)
Sa. 21.1. 13 Uhr: Die sieben Samurai (1954, OmU)
Mo. 23.1. 19 Uhr: Das Schloss im Spinnwebwald (1957, OmeU)
Do. 26.1. 19 Uhr: Yojimbo (1961, OmU)
Sa. 28.1. 15 Uhr: Sanjuro (1962, OmeU)
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