Die Frage wird seid längerem heiß diskutiert: Braucht Köln eine große freie Produktions- und Abspielstätte – ein Haus der Darstellenden Kunst – für die hier ansässigen Theater- und Tanzensembles sowie zur Präsentation von Gastspielen national und international relevanter Ensembles? Etwas Klarheit zu den Realisierungschancen und Sichtweisen der Kulturverwaltung auf dieses für Köln so wichtige Thema brachte jüngst eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Kölner Rat an die neue Kölner Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach. „Da im Haushaltsplan 2013/2014 keine Mittel für die Errichtung und den dauerhaften Betrieb eines Produktionszentrums veranschlagt sind, geht die Verwaltung nicht von einer kurzfristigen Umsetzung aus.“ Die Kulturverwaltung schätze die laufenden Betriebskosten einer zentralen Produktionsstätte auf 833.000 Euro.
Bezüglich der einmaligen Investitionskosten zur Herrichtung einer geeigneten Immobilie – die sicherlich im zweistelligen Millionenbereich liegen wird – will man sich erst gar nicht konkret äußern und nennt sie daher „erheblich“. Die abschließende Willensbekundung lautet, man wolle die Errichtung eines Produktionshauses für die Darstellende Kunst als Fernziel in das neue Theaterförderkonzept aufnehmen. Das klingt alles nicht neu und nicht gut für die Kölner Theaterschaffenden und Gruppen ohne eigene Spielstätte. Es wird also auch auf längere Sicht der zentrale Akteur in der Kölner Szene fehlen, welcher die Gruppen nach außen vermarktet und an nationale und internationale Theater- und Tanznetzwerke anbindet. Was allerdings noch alarmierender als die lange Zeitschiene herauskommt, ist, dass man sich in Köln von der Idee einer großen Produktions- und Spielstätte gänzlich verabschiedet zu haben scheint: „Das Produktionszentrum dient vorrangig der Erstellung von Produktionen und ist daher von den räumlichen wie finanziellen Dimensionen nicht mit einem Theaterhaus vergleichbar. Dennoch sollte es über Aufführungsmöglichkeiten für kleinere Produktionen verfügen. (...)
Hinsichtlich der finanziellen und personellen Anforderungen eines Produktionszentrums, dem eine Spielstätte mit ca. 100 Sitzplätzen angeschlossen ist, wurde bereits eine erste Modellrechnung vorgenommen.“ Huiuiui ... man kann es nicht mehr fassen ... verfügt Köln nicht über eine Vielzahl von Spielstätten mit einer Größe von 100 Plätzen? Wozu braucht man da noch eine? Wo sollen bitte größere Kölner Tanz- und Theaterproduktionen oder Gastspiele von nationalem oder internationalem Format gezeigt werden? Was macht es für einen Sinn, ein Produktionszentrum zu errichten, welches entweder Produktionen von provinzieller Größe oder einer Größe hervorbringt, die in Köln nicht vernünftig präsentiert werden kann?
Es ist nur noch lächerlich, und so kann man die neue Kulturdezernentin nur eindringlich auffordern, sich die Struktur der Kölner Szene noch mal genau anzuschauen, sich die Zeit zur Einarbeitung zu nehmen und dann ihr abgegebenes Statement, zu dem sie scheinbar zu früh gezwungen war, gründlich zu überdenken!
biograph |
choices |
engels und
trailer
- die online Kinoprogramme für
Bochum,
Bonn,
Castrop-Rauxel,
Dortmund,
Düsseldorf,
Duisburg,
Essen,
Frechen,
Gelsenkirchen,
Hagen,
Herne,
Hürth,
Köln,
Leverkusen,
Lünen,
Mülheim,
Neuss,
Oberhausen,
Recklinghausen,
Solingen und
Wuppertal