2017 steht für das Atelier-Theater im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Seit 20 Jahren bietet das Theater in der Roonstraße nun schon vor allem Künstlern des komödiantischen Spektrums eine Bühne. So wird auch das traditionelle Sommer-Special „Gratis und nicht umsonst“ in den kommenden drei Monaten zum 20. Mal stattfinden. Während die große Bühne im Keller des Theaters an Wochentagen dunkel bleibt, verlagert sich das Geschehen auf die kleine Bühne im WirtzHaus nebenan, wo zwölf Comedians das Publikum bei freiem Eintritt unterhalten werden. Dabei gelten die gleichen Bedingungen, wie in den Jahren davor: Jeder Künstler hat die Bühne eine Woche lang für sich und tritt an vier Abenden für jeweils zwei mal 20 Minuten auf. „Dieses Format macht das Sommer-Special vor allem für Nachwuchskünstler interessant, die sich ihre Sporen verdienen wollen. Es gibt aber auch alte Hasen, die das Format zu schätzen gelernt haben und von sich aus auf uns zu kommen – wie etwa in diesem Jahr Sylvia Brécko”, sagt Torsten Schlosser, Mitarbeiter von Atelier-Theaterchefin Rosa K. Wirtz und selbst Comedian, der seit zwei Jahren für die Auswahl der Teilnehmer des Sommer-Specials verantwortlich ist.
Unter den ambitionierten Neulingen findet sich zum Beispiel der aus Palästina stammende Amjad, der im Juni den Reigen eröffnet. Der 28-jährige geht freimütig mit seiner arabischstämmigen Identität um und reißt mit gewinnendem Lächeln Witze über arabische Pilotenanwärter und Kinderhochzeiten. Micha Marx` wichtigstes Utensil hingegen ist ein Lichtbildprojektor, den er für seine „Comic-Comedy“ braucht: Schnelle Zeichnungen und Karikaturen, die er nahtlos mit seinem Vortrag verknüpft. Mit von der Partie ist auch Katharina Schmidt, die ihren Allerweltsnamen wie eine „googlesichere Weste“ trägt und Tinder für „Ikea für's Ego“ hält. Olli der Überflieger bringt statt Jugend seine Lebenserfahrung als Busfahrer mit. Alexandra Schiller aus Berlin kokettiert mit ihrer russischen Herkunft und ihrem Talent, schneller zu sprechen als alle anderen. Mit dabei sind auch der als Geheimtipp gehandelte Sebastian Richartz und Frank Eilers, der im August Auszüge aus seinem ersten Solo-Programm „Männer 2.0“ vorstellen wird.
Die Künstler zeigen sich sehr dankbar für die Möglichkeit, bei „Gratis und nicht umsonst“ auftreten zu können. „Dass junge Künstler Gelegenheit haben, sich über 40 Minuten vor Publikum auszuprobieren, das gibt es so in keiner anderen Stadt“, sagt etwa Juri von Stavenshagen. Der Normalfall für Newcomer seien Auftritte bei Mixed-Shows, bei denen sie jeweils 10 bis 15 Minuten Zeit auf der Bühne haben. „Die Gefahr dabei ist, dass man sich nicht weiterentwickelt, sondern sich auf seinem besten Material ausruht“, meint der somalischstämmige Samed Warug. „Wenn man dann 40 Minuten füllen muss, merkt man auch, wie gut das übrige Material ankommt.“ Selbst, wenn sie damit beim Publikum scheitert, kann Katharina Schmidt dem noch etwas abgewinnen. „Man braucht das Publikum einfach, um zu wachsen“, sagt sie. „Als Musiker kann man im stillen Kämmerlein proben, bis es klappt, aber als Comedian macht man seine Fehler immer vor Publikum.“
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