Mittwoch, 21. November: Vor zwei Jahren, so ifs-Geschäftsführerin Simone Stewens in ihrer Ansprache, fasste man an der Filmschule den Beschluss, sich aktiv um den Klimaschutz zu kümmern und die eigene Funktion als Multiplikator dabei Gewinn bringend einzusetzen. Die bislang durch Imagefilme und Werbespots zu Umweltschutz und ökologischem Wohnen in Erscheinung getretene Andrea Gschwendtner übernahm die Projektleitung. Erstaunlich schnell fand man im KlimaKreis Köln und der ProÖko Servicegesellschaft zwei Hauptsponsoren, die die Produktion von kurzen Clips zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit rund 87.000 Euro unterstützten. Gschwendtner machte sich mit einem Kernteam aus elf Studierenden und rund 50 weiteren Helfern an die lobenswerte Aufgabe.

„Wie kriegen wir das Thema sexy“ war laut Simone Stewens das Hauptanliegen des Projektes. Es gibt genügend Spots und Kurzfilme, die Horrorszenarien vom Klimawandel entwerfen und mit erhobenem Zeigefinger eher ermüdend als inspirierend auf den Zuschauer wirken. Bei den Clips der ifs-StudentInnen ging es deswegen primär darum, die jungen Zuschauer für das Thema zu begeistern. Hauptzielgruppe waren die 14- bis 20Jährigen, die Gestalter und Entscheider von morgen. Daher konzipierte man von Anfang an Onlinewerbespots, die sich viral, also wie ein Virus, über soziale Netzwerke oder Clip-Portale ausbreiten sollen. „Der finanzielle Spielraum war für uns ungewohnter Segen und Herausforderung zugleich“, betonte Stewens. Aber Andrea Gschwendtner ergänzte, dass „die Sponsoren hier echte Förderer waren und keine Auftraggeber.“ Die Studenten waren in der Gestaltung ihrer Clips völlig frei, auch eine gemeinsame Richtlinie entwickelte sich im Laufe der Planungsphase eher zufällig als gezielt.

Dass am Ende tatsächlich eine Clipreihe entstanden ist, die einen roten Faden aufweist und als Serie unter dem Titel „Mean, but green“ firmieren kann, kommt der Kampagne zusätzlich zugute. Die jungen FilmemacherInnen fanden Gefallen daran, Denkansätze zum Klimaschutz über schwarzen Humor zu transportieren. Dabei spielen sie mit lieb gewonnenen Konventionen des filmischen Erzählens, zitieren bei James Bond oder der Horrorreihe „Ring“, plündern das Thrillergenre oder lassen den Tod als sarkastischen Mahner für ein grünes Gewissen auftreten. Otto Bauer, mit der ProÖko Servicegesellschaft einer der Hauptsponsoren des Projektes, dazu: „Ich finde, dass der Weg richtig ist, die Jugend mit ‚brutalen’ Mitteln aufzuklären.“ Die jungen Regisseure begeisterte dieser Ansatz ebenfalls sichtlich. Anna Kohlschütter, die den Clip „Dark Reaper“ inszenierte, bekennt: „Im Genrekino ist ungehindertes Klischeeausleben möglich, deswegen ist das für uns so reizvoll.“ Lino Rettinger, der Regisseur der Bond-Persiflage „Ruthless Supervillain“, ergänzt: „Bei der Kürze der Clips bietet sich das Zitieren aus dem Genrekino an, weil man dadurch auf das Vorwissen der Zuschauer bauen kann.“ Hoch gestecktes Ziel der Kampagne ist es nun, pro Film eine Million Klicks zu generieren. Abzurufen sind diese u.a. unter www.mean-but-green.de, das Weiterverbreiten und Teilen in sozialen Netzwerken ist erlaubt und sogar ausdrücklich erwünscht.
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