Dienstag, 20. August: In diesem Monat konnte „homochrom“-Organisator Martin Wolkner wieder an einigen Spielstätten in NRW zusammen mit dem monatlichen Screening eines Films mit schwuler Thematik einen Stargast begrüßen. Auch bei der Projektion in der Filmpalette war der spanische Jungschauspieler Fernando Tielve zugegen, um sich im Anschluss an die Vorführung des bereits auf der Berlinale gelaufenen Partythrillers den Fragen und Anmerkungen des Publikums zu stellen. Martin Wolkner erläuterte vorab, dass es sich bei „Lose Your Head“ seiner Meinung nach in diesem Jahr um einen der fesselndsten Berlinale-Filme mit queerer Thematik gehandelt habe; einer der Gründe, warum er diesen nun für seine Filmreihe ausgewählt hatte. Fernando Tielve kannten einige der Zuschauer aus seinen bisherigen Filmrollen, zu denen neben Zusammenarbeiten mit Miloš Forman, Guillermo del Toro und Christopher Hampton auch der Großstadtfilm „London Nights“ gehört. Darin spielte Tielve einen jungen Mann, der als Tourist in der britischen Hauptstadt verloren geht.
Da Patrick Schuckmann, dem Drehbuchautor von „Lose Your Head“, die Figur und ihr Darsteller im Gedächtnis geblieben waren, lud er Tielve zum Casting für eine ganz ähnliche Rolle in seinem Film ein: Ein junger Mann, der als Tourist in der deutschen Hauptstadt verloren geht. Der Schauspieler merkte in der Filmpalette scherzhaft an: „Mittlerweile habe ich in solchen Rollen schon eine gewisse Erfahrung. Vielleicht ist Paris oder New York als nächstes dran.“ Mit seiner charmanten Art eroberte der 27Jährige schnell die Sympathien der Zuschauer. Dass es sich bei dem Film um ein No-Budget-Projekt gehandelt hatte, reizte ihn umso mehr. Für Tielve war es mal ganz interessant, einen Film nur aus Liebe zur Kunst zu drehen. Fünf Wochen lang stand er im Sommer 2012 dafür in Berlin vor der Kamera. Aufgrund der begrenzten Mittel baten ihn die Filmemacher, seine Ankunft am Berliner Flughafen direkt mitfilmen und für den Film verwenden zu dürfen. So sind in „Lose Your Head“ nun einige Einstellungen enthalten, die Tielve gedreht hat, bevor er zum ersten Mal die Hände der Filmemacher geschüttelt hatte. Eine sicherlich nicht alltägliche Vorgehensweise. Auch einige der Partyszenen wurden während einer echten Party gedreht, bei der die feiernden Statisten echte Partygänger waren, die man natürlich im Vorfeld über die Dreharbeiten informiert hatte.

Dass diese sich aber von den Kameras nicht von ihren üblichen Gewohnheiten abhalten ließen, merkte auch Tielve: „Jeder im Club war durch die ganzen eingeworfenen Drogen total high, nur unser Filmteam war komplett nüchtern.“ Die größten Probleme entstanden nach Meinung des Schauspielers für ihn aber durch die Tatsache, dass er mit zwei Regisseuren drehen musste, die oftmals komplett unterschiedliche Auffassungen vertraten. Deswegen wurden einige Szenen auf zweierlei Weisen gedreht. Fernando Tielve fühlte sich dabei ein wenig wie ein Kind zwischen streitenden Eltern und wusste nicht so recht, wie er „Vater und Mutter gleichzeitig glücklich machen“ konnte. Der Schauspieler wohnt zwar nach wie vor noch in Spanien, wo er demnächst in Madrid in einem Theaterstück auftreten wird, die Liebe zu Berlin hat ihn seit den Dreharbeiten allerdings ebenfalls gepackt. Ihm gefallen dort insbesondere die Musik in den Clubs, die zahlreichen kulturellen Möglichkeiten und die vielen jungen Menschen, die die Stadt – im Gegensatz zu Madrid – bevölkern. Die enthusiastischste Zuschauerreaktion kam auch bei der Kölner Projektion wieder einmal von einer Frau, eine Parallele zu anderen Screenings, die Tielve bereits mitgemacht hatte – und was ihn doch ein wenig verwunderte, weil es in dem Film doch schließlich um eine schwule Liebesbeziehung gehe.
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