Sonntag, 8. Juli: Schon im Rahmen des „Stranger than Fiction“-Festivals, das im Februar in der Domstadt Station machte, wurde „Allein die Wüste“ zum ersten Mal vor Publikum aufgeführt. Nun war Dietrich Schubert mit seinem meditativen Selbstversuch zurück in der Filmpalette, um während der „Kino Nächte Köln“ die offizielle NRW-Premiere des Films zu feiern, der im Juli nun auch seinen bundesweiten Filmstart erlebte. Joachim Kühn, der den Allround-Filmemacher Schubert im Kino am Eigelstein begrüßte, fungierte dabei gleichermaßen als Hausherr wie auch als Verleihchef, da „Allein die Wüste“ unter seinem Label „Real Fiction“ in die Lichtspielhäuser kommt. Die zahlreich erschienenen Premierengäste waren im Anschluss an die Projektion begierig darauf, dem Regisseur noch einige Fragen zu seinem ungewöhnlichen Film zu stellen. Immerhin war für Schubert „Allein die Wüste“ zunächst einmal ein Selbstversuch, auszutesten, wie lange er es in der Wüste und mit sich alleine aushalten würde. Dass der Filmemacher dabei immer eine Kamera und einen Fotoapparat dabei hatte, lag anhand seines Berufs sicherlich nahe. Doch zunächst bestand gar nicht die Verpflichtung, am Ende tatsächlich einen Film abliefern zu müssen. Und genau diese Freiheit war Schubert auch wichtig, der gar nicht an jedem einzelnen Tag die Kamera mitlaufen ließ, sondern sich dabei an seine Intuition und seine innere Stimme hielt.

Regisseur Dietrich Schubert und Verleihchef Joachim Kühn in der Filmpalette
Ohne ein vorgefertigtes Drehbuch, entstand die Dramaturgie letzten Endes anhand der realen Ereignisse. Jedes einzelne Bild und jede einzelne Einstellung wurden für den Film zwar nicht in der richtigen Reihenfolge belassen, die stattfindenden Begebenheiten allerdings schon. So ereignete sich der Sandsturm tatsächlich bereits in den ersten Tagen und seinen ersten menschlichen Besucher, einen Nomaden mit drei Kamelen, empfing Schubert erst nach knapp drei Wochen. Wie es ursprünglich zu der Idee gekommen war, mutterseelenallein in der Wüste auszuharren, konnte Schubert gar nicht mehr genau nachvollziehen. Eine abfällige Äußerung seines Tourkollegen Manni, Schubert würde es nicht einmal eine Woche alleine aushalten, wird wohl dazu geführt haben, doch das Gegenteil zu beweisen. Im Film beschreibt der Regisseur auch immer wieder die realistischen und intensiven Träume, die er im Zelt unter freiem Himmel erfuhr. Auf Nachfrage des Publikums vermutet er als Ursache dafür tatsächlich die Umgebung und den Fakt, dass er in der Wüste so ganz auf sich selbst zurückgeworfen war. Sein schlimmster Alptraum blieb dabei ebenfalls nur ein Hirngespinst: „Ich hatte immer die Befürchtung, irgendwann taucht ein Kölner mit seinem Geländewagen auch an meinem Standort fernab der Piste auf – aber das war Gott sei Dank nicht der Fall“, kommentierte Schubert mit einem verschmitzten Lächeln.

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