Das ist kein schöner Tag, wenn einem alljährlich die Mietnebenkostenabrechnung ins Haus flattert und verkündet: „Du alte Frostbeule hast wieder zu viel des Guten getan und deine schnuckligen Heizkörperchen zu weit ausgereizt.“ Ähnliche Gefühle des Unbehagens dürfte jüngst auch Kölns neue Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach bekommen haben, ohne an irgendwelchen Heizkörperchen herumgespielt zu haben: Um sagenhafte 2 Millionen Euro hat das Schauspiel Köln seine Mietkosten in der Interimsspielstätte EXPO XXI überzogen! Ein schönes Kuckucksei hat man der neuen Amtsträgerin da ins vorweihnachtliche Nest gelegt, das sie eigentlich nicht zu verantworten hat. Anstatt der vorgesehenen 7 Millionen Euro hat der städtische Betrieb unter Leitung von Karin Beier als Intendantin und Patrick Wasserbauer als geschäftsführendem Direktor den Eigentümern über 9 Millionen Euro für drei Jahre überwiesen von denen die Spielstätte zwei Jahre lang – aufgrund von Verzögerungen und Bürgerentscheid um Sanierung oder Neubau der städtischen Bühnen am Offenbachplatz – gar nicht genutzt wurde.
Letztendlich wurde der Gebäudekomplex am Gladbacher Wall also nur eine Spielzeit lang bespielt – 9 Millionen Euro Mietkosten für eine Spielzeit! Das ist happig und ein herber Schlag für alle Steuern zahlenden Bürger und auch die 60 Freien Theater und Gruppen, welche mit Mickrigsubventionen (nämlich genau diesen 2 Millionen Kostenüberziehung) ihren Betrieb Jahr für Jahr am laufen halten – ohne ihre Künstler auch nur ansatzweise angemessen bezahlen zu können. Eine Stadt, die sich dies leisten kann und will, muss für alle freien sozialen Träger und freien Kultureinrichtungen viel intensiver in die Pflicht genommen werden.
Die Expo XXI im Agnesviertel, welche jüngst von den Bühnen, die ins Mülheimer Carlswerk umzogen sind, geräumt wurde, soll nun in ein Kulturzentrum umgebaut werden. Die Veranstalter wollen auf ein breites Spektrum aus Sport, Konzertveranstaltungen und Theater setzen. Ob wirklich Bedarf an einer Halle mit 6000 Plätzen neben Veranstaltungsorten wie Kölnarena, E-Werk, Palladium oder Live-Music-Hall besteht, darf jedoch angezweifelt werden. Parallel plant die städtische Sportstätten GmbH einen Umbau des Radstadions zu eben einer solchen mittelgroßen Multifunktionshalle. Mehr „teure Halle“ war selten in Köln...
Erfreulicheres gibt es zum Schluss aus der freien Theaterszene zu berichten. Folgende 8 Produktionen sind für den Kölner Theaterpreis 2013 nominiert: „Haus Nummer Null“ von Mona el Gammal und Juri Padel, „Hotel Köln“ von DRAMA KÖLN, „Waisen“ im Theater der Keller, „Zu spät! Zu spät! Zu spät!“ und „Von einem der auszog die Revolution zu lernen“ im Theater im Bauturm, „Augen zu und durch“ des Rose-Theegarten-Ensembles, „Medea“ vom Ensemble Nicopoulos und schließlich „SCHÖNHEIT DER VERGÄNGLICHKEIT#2_KriegsBlicke“ von raum13 im Deutzer Zentralwerk der schönen Künste ... Die Preisverleihung findet wie gewohnt am 02. Dezember um 19:30 im Kölner Mediapark statt. Wir drücken allen Nominierten gleichermaßen die Daumen ... Holt Euch das Ding!
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