Bangladesch rückt in Europas Schlagzeilen, wenn wieder einmal eine der Fabriken in Flammen aufgegangen ist, in denen Näherinnen für die großen Textilketten ihr Leben riskieren. Worüber man nicht spricht, sind die Kinder, die Sklavenarbeit leisten und von denen es in Asien alleine 153 Millionen gibt. In Bangladesch werden viele Familien in Schuldknechtschaft gezwungen, so dass sie ihre Kinder verkaufen müssen. Pep Bonet dokumentiert das Schicksal der Kinder mit seiner Kamera. Ein gefährlicher Job. Der Spanier muss über lange Zeiträume hinweg investigative Arbeit leisten, um etwa einen Zugang in die Bordelle in Bangladesch zu finden. Dorthin werden die Töchter an extrem brutale Zuhältersyndikate verkauft. Bonet konnte nur mit versteckter Kamera arbeiten, dennoch gelang es ihm eine Dokumentation zu drehen, in der die Mädchen von ihren grauenhaften Lebensbedingungen berichten.
„Hell und Heaven“ ist denn auch der Titel der Werkschau, die jetzt in den Kunsträumen der Michael-Horbach-Stiftung in Köln zu sehen ist. Der in Mallorca geborene Fotograf und Filmemacher gewann schon dreimal den World Press Award für seine Arbeiten, jetzt erhielt er den mit 10.000 Euro dotierten Fotopreis der Stiftung. Bonet begab sich auf die Spuren des AIDS-Virus. In Brasilien dokumentierte er die Situation eines Transsexuellen, der als 12-Jähriger missbraucht und daraufhin von seiner Familie verstoßen wurde. Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, prostituiert er sich als Transsexueller. In Südamerika leiden Transsexelle auf besondere Weise unter Gewalt und Verfolgung, da sie eine gesellschaftliche Randgruppe darstellen, für die sich niemand zu engagieren vermag. Im Zuge seines Langzeitprojekts zum Thema AIDS fotografierte Bonet die Kinder der Infizierten in Honduras, wo sie zum Teil in Lebensgemeinschaften mit ihren Großeltern aufwachsen.
Der 41-jährige Spanier ist ein zugewandter Beobachter. Seine Bilder spüren nicht den Schockmoment auf, sondern sie tauchen in das Milieu von Leid und Krieg ein. Der Raum, in dem Menschen leben, ist sein Sujet. Sei es das Krankenhaus, in dem die Kinder behandelt werden, die während des Bürgerkriegs in Sierra Leone geblendet wurden oder eine Straße von Mogadischu, wo das infernalische Chaos des Terrors herrscht, immer nimmt man mehr als nur den visuellen Moment des Bildes wahr. Neben dem starken Einzelbild öffnen sich die Arbeiten deshalb zu Serien, die erst die ganze Fülle von Bonets Reise ins Herz der Finsternis des menschlichen Wesens zu entfalten vermögen.
Pep Bonet: „Hell and Heaven“ | bis 15.6. | So 11-14 Uhr, Mi u. Fr 15.30-18.30 Uhr | Wormser Str. 23 | www.michael-horbach-stiftung.de
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