Bereit für den Untergang? Bei einer Abschreckungsrede unterstrich Wladimir Putin bereits vor vier Jahren seine kompromisslose Haltung gegen potenzielle Feinde, selbst, wenn dies in einem Atomkrieg münden sollte: „... wir werden aber als Märtyrer in den Himmel kommen und sie [die Angreifer] werden einfach verrecken“, sagte der russische Staatschef seinerzeit während eines internationalen Diskussionsforums im Kreml (Quelle: www.welt.de, 2018). Worte wie Feuer. Dass diesen Bekenntnissen viele Geschichten voranstehen, will die Inszenierung „Putinprozess“ am Theater der Keller aufzeigen. Kein Tribunal, sondern die Dokumentation einer Verweigerung von Selbstbestimmung und Frieden charakterisiert das Stück.
Die ukrainisch-deutsche Inszenierung beleuchtet im gedämmten Keller-Licht das Abtasten des Individuums in einer auf Stolz und Staatstreue geeichten Gesellschaft und lässt die Anmut des Nationalballetts mit dem Gleichschritt Roter Armee-Paraden verschmelzen. Im Zuge der Premiere zeigt sich eine irritierend ruhige Darstellung des Stoffes. Intime Monologe und scheinbar nebenbei geführte Unterhaltungen offenbaren die Biographien der Protagonist:innen (Tetiana Zigura, Timon Ballenberger, Andriy May). Zwischen Zärtlichkeit und Apathie bewegen sich die Figuren mit Geschichten über Ausgrenzung, politische Verfolgung und Sehnsucht nach künstlerischer Entfaltung. Dabei erinnert das Ensemble an den Wert des Zuhörens, der Anteilnahme. Final stellt sich die Frage, wie der Begriff „Menschlichkeit“ vor allem durch die zerstörerischen Attitüden der Spezies geprägt wurde.
Putinprozess | Theater der Keller | 3., 4., 16., 18.12. | 0221 31 80 59
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