Ende März verstarb mit Wolfgang Weimer DER Fotograf der Freien Kölner Theater- und Tanzszene im Alter von nur 57 Jahren. Weimer war ein treuer Wegbegleiter und – manchmal unbequemer – Fixpunkt in der undurchsichtigen Kölner Theater- und Tanzlandschaft. Lange schon war er herzkrank und kämpfte weiter beharrlich für sein Genre, welches er durch jedermanns Digital- und Handyfotografie bedroht sah. Die Erwartung von Medien und öffentlichen Einrichtungen, Bilder zum Nulltarif von ihm oder den Freien Gruppen und Häusern, für die er arbeitete, zu bekommen, setzte ihm schwer zu. Trotzdem gestattete er des Öfteren die honorarfreie Verwendung seiner Bilder, um seinerseits die massiv unterfinanzierten Theater der Freien Szene zu unterstützen. Auch gründete er mit dem „Verein Kölner Kulturbildarchiv“ ein umfassendes Archiv freier Kölner Produktionen der letzten 20 Jahre. Respekt und ein großes Dankeschön dafür! Auf Seiten der Verwerter machte er sich mit seiner kämpferischen Haltung keine neuen Freunde und zog öfter vor Gericht, um gegen die empfundenen Ungerechtigkeiten und Urheberrechtsverletzungen anzugehen. Kamen hingegen neue Künstler in die Stadt und gründeten sich neue Gruppen, so war Weimer einer der ersten, der dies mitbekam und in die Szene hinein kommunizierte, als DER neugierige, bildgierige, umherschweifende Seismograph, der er war.
Mit dem Tod von Wolfgang Weimer steht die flächendeckende, qualitativ hochwertige Dokumentation hiesiger Theater- und Tanzproduktionen auf dem Spiel: Wer mag seine Existenz heute noch auf dem unsicheren Feld der Theaterfotografie gründen und allabendlich von Generalprobe zu Generalprobe eilen? Ohne sicheren Verdienst. Neben dem menschlichen und fachlichen Verlust geht mit dem Ableben von Wolfgang Weimer in Köln daher vermutlich auch die lange Tradition der professionellen Theaterfotografie ihrem Ende entgegen. Die Trauerfeier wird zwischen dem 29. April und 5. Mai stattfinden – wunschgemäß auf dem Traditionsfriedhof Melaten.
Nomen est omen auch an anderer Stelle: Seit das theater der keller vor drei Jahren aus der Konzeptionsförderung der Stadt herausfiel, im letzten Dezember Insolvenzantrag stellen musste und jüngst die erfolgreiche Intendantin Pia Maria Gehle ihren Abschied zum Sommer verkündete, stehen die Zeichen nicht gut für das Theater in der Kleingedankstraße. Das soll sich nun mit neuer Leitung ändern: Heinz Simon Keller übernimmt ab Sommer das Ruder. Keller arbeitet seit einigen Jahren in der Freien Kölner Szene und hat sich hier u.a. mit unterhaltsamen Abenden im theater im bauturm und seiner Gruppe „Black Box“ einen Namen gemacht. Der Kölner Regisseur Thomas Ulrich wird parallel neuer Leiter der Schauspielschule des Keller. Entscheidend für das Gelingen des Neustarts wird sein, ob das Theater mit schlüssigem künstlerischen Konzept, einem überzeugenden Spielplan, weiteren interessanten Personalien und tragfähigen Finanzplanungen den Theaterbeirat der Stadt Köln überzeugen kann, das Theater trotz der beschriebenen Widrigkeiten weiter zu fördern. Eine wegweisende Entscheidung dürfte hier im Mai mit den Entscheidungen über die Verwendung der Sondermittel aus dem „Feuerwehrtopf Förderkonzepte“ im Kulturamt fallen
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