Im Dezember wärmt der Kölner Export-Hit Roosevelt mit seinem an Daft Punk, Phoenix, Zoot Woman und Von Spar erinnernden Synthie-Pop die Herzen aller Fans (9.12., Live Music Hall). Ansonsten ist der Dezember ein nicht ganz so prächtiger Konzertmonat, weshalb sich ein kleiner Blick in die Vergangenheit der Kölner Musik- und Nachtszene anbietet.
Das gelingt ganz hervorragend mit dem Rückblick auf die „Rauschhaften Jahre der Kölner Subkultur 1980 – 1995“, so der Untertitel des über 300-seitigen Buches von Gisa Funk und Gregor Schwering mit dem Titel „Wir waren hochgemute Nichtskönner“. Die bereits im Titel angedeutete Parallele zu den Berliner Genialen Dilletanten (sic!) wird in dem Buch mehrfach bemüht, wenn in den einzelnen Kapiteln die Frühphase der Musik- und Musikzeitschrift Spex, die damalige Kölner Kunstszene von Weltrang, der ebenfalls weltweit vernommene elektronische Sound of Cologne zwischen Techno und Experiment und schließlich die lokale Nachtkultur erkundet wird. Den Anfang macht ein Konzert von Joy Division, wenige Monate vor dem Tod von deren Sänger Ian Curtis, das der Legende nach direkt zur Gründung von Spex führte. Halb als Oral History, halb als Überblickstext mit einer kleinen, aber schönen Fotostrecke mit u.a. Bildern vom damaligen Spex-Hausfotografen und -Mitgründer Wolfgang Burat beschwört das Buch die Aufbruchsstimmung in Köln herauf bis zum großen Kater, der in den einzelnen Sparten unterschiedlich früh aufkam (Kiepenheuer & Witsch).
Das zeigt auch ein Wälzer wie „Kälte Pop“, der der Geschichte des angeblich „erfolgreichsten deutschen Popmusik Exports“ auf 600 Seiten mit einem beeindruckenden Anhang recht akademisch nachgeht. Florian Völker spürt dem Kälte-Thema in der Popmusik äußerst weitläufig nach – von Neue Sachlichkeit über Minimal Music und Pop Art zu New Wave und Industrial sowie Black Metal – um dann mit den deutschen Phänomenen Krautrock, NDW (DAF, Neubauten, Malaria etc.) und Neue Härte seine These zu unterstreichen. Sowohl Joy Division als auch der langjährige Spex-Redakteur Diedrich Diederichsen tauchen hier neben Kraftwerk, die das Cover zieren, u.v.a. sehr häufig auf. Ein akribisch recherchierter Blick auf Popmusik mit ungewöhnlicher Perspektive und jahreszeitlich sehr gut gewähltem Veröffentlichungstermin (De Gruyter Oldenbourg).
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