Ein Reh, das sich in ein abstraktes Blumenwesen verliebt – ist das verrückt? In eine surreale Welt entführt Charlotte Sprenger mit ihrer avantgardistischen Neuinterpretation von Shakespeares „Was ihr wollt“. Ihre Inszenierung konfrontiert Klassik mit digitaler Zukunft – das Ergebnis ist ein faszinierendes und verstörendes Spiel mit der Realität. Hauptfigur Billy findet im virtuellen Land Illyrien aus dem Computerspiel „Twelfth Night“ Zuflucht vor der Realität. Hier existieren keine festen Regeln – und nicht nur die Geschlechter sind fluid. Auf tiefgehende Gender-Debatten verzichtet Sprenger; ihre Wesen bewegen sich eher zwischen traumhaften Fantasien und digitalen Avataren. Vom Reh über eine Drag Queen und einen Käfer bis hin zu einer Pizza: Die Kostüme von Josa Marx tragen nicht nur zur surrealen Wirkung bei, sie sind auch ein Kommentar zur Beliebigkeit von Identitätsdarstellungen.
Sprenger nimmt sich die Freiheit, das Stück weitgehend umzustrukturieren. Figuren werden vertauscht, Rollen neu verteilt – ein mutiger Schritt, mit dem die Regisseurin traditionelle Machtverhältnisse hinterfragt: Onkel Sir Toby wird zur Schwester von Olivia, Zofe Maria zum eisernen Ritter, und weniger beachtete Charaktere wie Malvolio erhalten mehr Raum. Ein zentrales Thema ist die Auflösung der Grenzen zwischen Realität und Simulation. Live-Kameras erweitern die Bühne, während auf einem Bildschirm zu sehen ist, wie Billy das „Spiel“ erlebt. Gleichzeitig durchbrechen die Spieler:innen die vierte Wand, sodass ein fesselndes Meta-Spiel entsteht. „Was ihr wollt“ ist ein kaleidoskopischer Trip mit viel Humor und Absurdität, der die Grenzen des Theaters neu auslotet.
Was ihr wollt | So 13.4. 18 Uhr | Schauspiel Köln | 0221 22 12 84 00
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