Was sind Bilder und Worte noch Wert in diesen „Zeiten der Untoten“? Das fragt der Lehrer seine Schüler in der sympathischen Tragikomödie „Words and Pictures“. Die Aufzählung ließe sich fortführen. Was sind Filme wert, was die Musik? Und was ist Wert wert? Nun, heutzutage wohl in erster Linie Dollars. Und so wird in diesen Zeiten für Kunst so gut gezahlt wie noch nie. Zumindest für das Unikat. Und vielleicht noch für ein gut gemachtes Falsifikat, wie uns „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ anschaulich vermittelt. Industriell reproduzierbare Kunst, art for the masses indessen wird immer weniger Wert geschätzt geschweige denn angemessen vergütet. Der Download, die Kopie, das sind die Museen und Galerien der Untoten von heute, es sei denn, man steht auf der Gästeliste.
Und jetzt bekämpfen sich die Künste auch noch gegenseitig. Zumindest in „Words and Pictures“, in dem sich zwei Lehrkräfte angeregt darüber streiten, welche der schönen Künste denn die schönste ist im Land. Jack (Clive Owen) ist meinungsstark der Literatur verbunden, Kollegin Diana (Juliette Binoche) der Malerei. Und weil die Geschichte in den USA spielt, richtet man einen offiziellen Wettkampf aus. Der gipfelt darin, dass Kunst nur noch als Waffe fungiert.Natürlich endet der Konflikt versöhnlich.Denn die Beteiligten erkennen: Kunst ist sich selbst genug.Und letztendlich haben doch alle Künstler eines gemeinsam. Sie machen sich die Welt zu eigen und erhöhen sie. Und uns gleich mit dazu. Jedes Kunstgewerk fußt gleichermaßen auf Können und Gefühl. Egal ob Pinsel, Feder oder Schwert. Alles, was Kunst sein will, ist Kunst, wenn es nur aufrichtig ist. Kunst ist erhaben.
Das ist natürlich Quatsch, darf man doch bei der ganzen Diskussion über „Words and Pictures“ nicht das eigentliche kreative Element vergessen, das diesen Streit zwischen Wort und Bild überhaupt erst zum Leben erweckt: Den Film. Die Feder mag mächtiger sein als das Schwert, ein Bild mag mehr sagen als tausend Worte. Aber das ist natürlich lachhaft, wenn man sich nur vor Augen führt, dass eine Filmsekunde allein schon vierundzwanzig Bilder in sich birgt. Da hat doch ein Gemälde allein keine Schnitte. Und neunzig Filmminuten, so viele Stifte und Papier gibt es doch auf dem ganzen Erdball nicht, um den Gehalt eines Films allein mit Worten einfangen zu können.
Nein, der Film ist natürlich allen anderen Künsten überlegen. Logisch, wir müssen es ja wissen. Der Film ist doch schon dadurch unerreicht, dass keine Kunst es vermag, die anderen Künste so unverfälscht in sich zu vereinen wie der Film. Schauspiel, Musik, Words and Pictures. Und anders herum? Welches kreative Medium vermag den Film lebensgroß zu erfassen, ihn ganzheitlich zu reflektieren und dabei zugleich seine Seele zu spiegeln? Ach natürlich, doch ja, eine Ausnahme gibt es. Und wie der Zufall es will: Sie blättern gerade mit Ihren Händen darin.
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