Freitag, 5. Juli: Das erste Wochenende im Juli stand wieder einmal ganz unter dem Zeichen der Kölner Kino Nächte. An insgesamt vier Tagen zeigte man an zwölf verschiedenen Locations der Stadt über 80 Filme. Einer davon war in sich schon eine Sammlung verschiedenster kurzer Filme. „Points of View“, der in der Filmpalette projiziert wurde, stand unter dem Motto „10 Filme, 10 Geschichten, 10 Blickwinkel“. Mario von Grumbkow hatte bei gemeinsamen Arbeiten für das Wuppertaler Medienprojekt eine Gruppe engagierter Nachwuchsfilmemacher kennengelernt, woraus sich schnell die Idee für ein gemeinsames Projekt ergab. Ohne klassische Filmförderung im Rücken, ohne Verleih und selbst ohne die Vorzüge, die man als Student an einer Filmhochschule genießt, stürzten sich die zehn idealistischen NachwuchsregisseurInnen mit ihren Teams in die Arbeit. Lediglich 2000 Euro standen für jeden der zehn Kurzfilme zur Verfügung, was man den Ergebnissen an keiner Stelle ansieht. Überaus professionell gefilmt, geschnitten und inszeniert, gibt die Anthologie „Points of View“ einen tollen Einblick in das Können der kommenden Filmemachergeneration.
Aufgrund des Zeitdrucks während der Kölner Kino Nächte hatte man das zehnteilige Projekt bei der Vorführung um zwei Beiträge gekürzt, weil ansonsten keinerlei Zeit mehr für die Diskussion mit den Machern geblieben wäre. Da immerhin sechs FilmemacherInnen der acht gezeigten Filme zur Vorstellung anwesend waren, wäre es sehr schade gewesen, wenn man ganz auf die Möglichkeit zum Dialog verzichtet hätte. Moderiert wurde der Abend von Luiza Budner, die bei einigen der Projekte auch hinter den Kulissen mitgewirkt hatte, u.a. als Übersetzerin und für das Catering. Das Publikum lobte insbesondere die Unterschiedlichkeit der Filme, die mit sehr verschiedenen Mitteln arbeiteten und zumeist auch eine gehörige Portion Spannung entwickelten. Marc Schießer, dessen Film „Au pair“ unter dem Schlagwort „Frankreich“ lief und sich mit einer sadistischen chinesischen Restaurantleiterin beschäftigte, erläuterte den Zuschauern: „Wir haben uns alle zehn bei allen anderen Filmen auch ausgeholfen, teilweise dann die Kamera oder den Schnitt gemacht. Es gibt niemanden, der nur bei einem Film etwas gemacht hat. Wir sind eigentlich ein großes Netzwerk, das aus dem Medienprojekt Wuppertal entstanden ist.“
Der Zusatz, dass er von sich behaupten könne, von jeder Filmhochschule Deutschlands abgelehnt worden zu sein, brachte Schießer in der Filmpalette Szenenapplaus ein. Initiator Mario von Grumbkow (Regisseur des Segments „Ohne Vorsatz“) und Julian A. Pawelzik („Sprachlos“) haben es allerdings mittlerweile geschafft. Zwei Jahre nach ihren ersten Schritten in Wuppertal beginnen sie nun ihr Studium an der KHM in Köln. Nach dem kurzen Q & A im Kinosaal, hielten die Fragen der Zuschauer an die FilmemacherInnen vor der Filmpalette ungebrochen an. Luiza Budner betonte dabei noch einmal die Einzigartigkeit des Medienprojekts Wuppertal, das als Verein interessierten Machern Filmequipment zur Verfügung stellt. „Da werden unfassbar viele Themen bearbeitet, teilweise eben auch aus jugendlicher Sicht, was extrem spannend daran ist.“ Übrigens erhielt keiner der Beteiligten bei „Points of View“ eine Entlohnung, deswegen wurden Freunde und die gesamte Familie für die unterschiedlichsten Aufgaben eingespannt. Die Kurzfilmsammlung ist mittlerweile auch schon auf DVD erschienen und wird noch im einen oder anderen Kino in NRW gezeigt werden. Tourdaten und sonstige Informationen finden sich auf der Website www.pointsofview-film.de
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