Gard Nilssens Supersonic Orchestra
Foto: Harald Opheim

5 Jahre plus Zukunftsmusik

18. August 2025

Die Cologne Jazzweek feiert kleines Jubiläum – Improvisierte Musik in NRW 08/25

Die Kölner Geschichte der Jazzfestivals ist vielfältig, einheitlich verbindet sie die relativ kurze Lebenserwartung. Auch der vom Posaunisten Janning Trumann und seinem Team vor fünf Jahren gegründeten Cologne Jazzweek drohte und droht ein vorzeitiges Ende. Hoffnungsfrohe Meldungen bestätigten nach größten Befürchtungen eine finanzielle Sicherung des Festivals bis 2026 – Zusagen der Kulturpolitik in Köln haben sich allerdings berechtigter Weise immer aktuellen Entwicklungen zu beugen.

Immerhin feiern die kreativen Kämpfer ihr kleines Jubiläum mit der Konzentration auf orchestrale Großbesetzungen, den logistischen und finanziellen Luxusschlitten im Konzertzirkus. Und sie erobern für einzelne Events die Philharmonie und den Dom. Wie gewohnt überzieht das Fest die gesamte Stadt. Ökologisch nachhaltig werden einzelne Künstler mehrfach in verschiedenen Konstellationen porträtiert, was möglicherweise für neue künstlerische und menschliche Beziehungen sorgt. Außerdem zeigt die Mischung aus lokalem Potenzial und internationalen Gästen die Bedeutung Kölns im Weltbild der Improvisierten Musik: Längst spielen die europäischen Musiker auf Augenhöhe mit ihren Kollegen aus Übersee.

Inhaltlich setzt die Woche auf die zeitgemäßen und vielseitigen Erscheinungsformen der improvisierten Musik. So präsentiert sich die in Berlin lebende, polnische Pianistin Marta Warelis sowohl mit ihrem spirituell-avantgardistischen Sextett als auch im Duo Dust Bunny, das Rave-Musik spielt. Ebenso bunt treibt es der britische Tastenkollege Kit Downes, der neben seiner Arbeit im eigenen jazzigen Ensemble besagten Dombesuch vornimmt und die Orgeln improvisatorisch bespielt. Pianist Sebastian Sternal bevorzugt dagegen die Klangmöglichkeiten der HR-Big Band, der Norweger Gard Nilssen die Farbpalette des Supersonic Orchestra.

Es sind annähernd 50 Konzerte geplant, dazu Besuch aus Amerika. Rund 10.000 Menschen besuchten die Ausgabe im letzten Jahr. Den deutschen Jazzpreis hat das Fest auch schon gewonnen. Jetzt braucht es nur noch eine Zukunft.

Cologne Jazzweek | 31.8.-5.9. | div. Orte in Köln | jazzweek.de/

Olaf Weiden

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