Aus der Produktion „lautLOS. absence#5 – deconstruction of memory“ von IPTanz
Foto: Presse

Genau diese Freiheit braucht die Kunst

29. August 2026

Das großartige Barnes Crossing feiert 20-Jähriges – Tanz in NRW 09/26

Als sich vor zwanzig Jahren sechs Choreographinnen in Köln zu einem Netzwerk zusammenschlossen, gaben sie sich einen Namen, der nicht nur cool klingt, sondern der auch ein Versprechen enthielt. Barnes Crossing bezeichnet eigentlich eine Straßenkreuzung, die man von allen Seiten überqueren kann. So offen wie sich diese Verkehrssituation darstellt, arbeitet auch das Produktionszentrum im äußersten Kölner Süden. Hektische Urbanität wurde hier allerdings gegen Idylle eingetauscht, denn das Tanzareal befindet sich in der Wachsfabrik, um die sich ein Künstlerdorf gruppiert.

„Wir sind stolz darauf, einen Ort für Experimente zu haben, der kollektiv und hierarchiefrei organisiert und ohne Kuratierung für alle zugänglich ist“, erklären Bianca Mendonça und Clara Siewering. Diese Offenheit hat Barnes Crossing tatsächlich zu einem besonderen Ort gemacht. Wer sich zu einem Besuch in der Wachsfabrik entschließt, bekommt Tanzkunst präsentiert, die stets den belebenden Atem des Experiments verströmt. Hier darf bruchlos über Wochen und Monate an einer Produktion gearbeitet werden. „Barnes Crossing ist zu einem Zuhause auf Zeit geworden“, sagt Gerda König, die ebenso wie Ilona Pászthy noch zu den Gründerinnen gehört. Diese Freiheit ist auch ein Versprechen für die jüngeren Tänzerinnen.

Damals war die Idee eines Zusammenschlusses der Choreographinnen ganz nach dem Geschmack der Stadt Köln. Die Förderung des Freien Tanzes blieb dennoch eine stets prekäre Angelegenheit. Heute ist man breit aufgestellt mit Tanz für Menschen mit Behinderung, für Kinder und Jugendliche, für die lokale Tanzszene und als Bühne für die internationalen Produktionen des SoloDuo festival nrw + friends. Seit 16 Jahren öffnet sich mit ihm ein Fenster in die Welt, das neben der städtischen Förderung vor allem mit Hilfe der Kunstsalonstiftung und deren Vorsitzenden Andreas Schmitz finanziert wird. Welche Aufmerksamkeit sich auf SoloDuo richtet, lässt sich alleine an den 150 Bewerbungen ablesen, die in diesem Jahr in der Wachsfabrik eintrafen. Barnes Crossing, das ist ein Geschenk des freien Tanzes für Köln, an dem zwei Jahrzehnte mit großer Professionalität gearbeitet wurde.

Die Nächsten Premieren sind:

Din A 13 Tanzcompany „Consequence in Space“ 11.09. 20 Uhr | Wolkenstein Theater für Kinder „Hallo Hallo Tschüss“ 19.09. 15.30 Uhr | CIE.Nomoreless Sur-Facing II – Eine tänzerische Intervention am Ebertplatz, Köln 25.09. 15 Uhr

Thomas Linden

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