Beim Kinder- und Jugendtheatertreffen NRW zeigt eine belgische Gruppe die jugendliche Suche nach männlicher Identität – mit großem Körpereinsatz, mit Bierfontänen und mit einem Rasierschaum-Schwanensee.
Lauter Sixpacks und Kopulation auf der Bühne: Um sich und „Tausendundeine Nacht“ von Orient-Klischees zu lösen, modernisiert Angelin Preljocaj die Erzählungen und verpasst ihnen eine ordentliche Portion Erotik. Das misslingt: Sein neuestes Stück „Les Nuits“ schafft vor allem neue Stereotypen.
Beim Tanzgastspiel „Soapéra“ ging es fluffig-glitschig zu: Die Bühne wurde über und über mit Schaum bedeckt. Der wolkige Stoff diente als Metapher für die Inspiration und sollte einen bleibenden Eindruck machen!
Der immer noch wichtigste Kern der Gesellschaft bleibt die Familie, die sich immer häufiger nicht nur wirtschaftlich, sondern auch psychosomatisch Angriffen ausgesetzt sieht, die sie aus eigener Kraft kaum abwehren kann. Der Brite Dennis Kelly packt viel Sozialkritik in sein Stück „Waisen“, das unter der Oberfläche auch den unterschiedlichen Lebensweg zweier Kinder beschreibt, die gemeinsam in verschiedenen Familien aufwachsen müssen, da ihre Eltern bei einem Brand ums Leben gekommen sind.
Der Amerikaner Jay Asher schrieb mit seinem Jugendroman „Tote Mädchen lügen nicht“ einen Weltbestseller. Die Idee zum Buch entstand während eines Museumsbesuchs, als ihm die Stimme seines Audio-Guides beschrieb, was er vor sich sah. Die Welt wirkt rätselhaft auf uns, da kann es schon nützlich sein, wenn einem jemand erklärt, welche Zusammenhänge sich hinter dem Augenschein verbergen.
Treffen sich zwei Elvisse in der Kneipe. Eigentlich sind die beiden Imitatoren, die – trotz Haartollen, aber mangels Ähnlichkeiten – gerade beim Doppelgänger-Casting eines Privatsenders scheiterten. Der eine, Schauspieler, tröstet den anderen, Inhaber der Schänke, dass es auf derartige Äußerlichkeiten in Wahrheit nicht ankomme. Nach dem Motto „nachempfinden, nicht nachäffen“ probiert der Wirt also spontan – und ziemlich gelungen – den Lindenberg.
Musikautomaten gehören untrennbar zur Musikgeschichte. Schon seit der Antike basteln die Menschen an der Mechanisierung der Klangerzeugung herum, haben diverse Maschinen von Glockenspielen in Uhren über Spieldosen und Orchestrien bis zum Welte „Mignon“-Klavier konstruiert.
Anni hat die Kaffeetafel fertig und umklammert einen Aktenordner, in dem akkurat Beipackzettel von Präparaten gegen Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen abgeheftet sind – Zeugnisse einer Krankheitsgeschichte der Nachkriegszeit. Sigrid hängt im Wartezimmer einer Arztpraxis fest, wo sie nur schnell ein neues Rezept für die Mutter abholen wollte, plötzlich selbst zusammenklappte und nun bleiben muss, bis der Doktor Zeit hat.
choices: Herr Malzacher, Sie haben die Impulse unter das Motto „Under the influence“ gestellt. Warum braucht ein Festival, das eine Auswahl der besten Produktionen der Freien Szene präsentiert, einen thematischen Fokus?
Florian Malzacher: Die Freie Szene ist eine künstlerisch sehr avancierte Szene, und es geht uns nicht darum zu beurteilen, ob die eine eher eine gute, die andere eine schlechtere Arbeit ist.
„Leichen im Keller gehörten bei der Kirche immer schon dazu“, sagt Jürgen Becker. Der Kabarettist kann auch erklären, wieso dem so ist. Aus Sicherheitsgründen trafen sich die frühen Christen unter der Erde – was dazu führte, dass man später die romanischen Kirchen unterkellerte und in der Krypta wichtiges, aber nicht mehr lebendes Personal wie Bischöfe und Heilige unterbrachte.
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