choices: Herr Müller-Römer, eine Frage an den Juristen: wie demokratisch muss ein deutscher Verein sein?
Stefan Müller-Römer: So demokratisch wie Gesetz und Satzung es vorsehen, also ganz normal demokratisch. Mitglieder müssen vorstandskritische Meinungen und Initiativen ohne gezielte Behinderung und Diffamierung durch den Vorstand vortragen können.
Sie sind Mitglied beim 1. FC. Der FC-Vorstand reagiert auf Ihre Reformvorschläge „wie ein angeschossener Puma“, so die Presse. Von Fair Play keine Spur. Haben Sie dafür eine Erklärung?
Nein, dafür gibt es keine vernünftige Erklärung. Das Verhalten ist undemokratisch und peinlich. Die Diffamierungen – insbesondere meiner Person – überschreiten die Grenzen des Anstands und des Erlaubten.
Mannschaftskapitän Lukas Podolski hat sich mit Wolfgang Overath solidarisiert. Warum?
Das muss letztlich er selbst beantworten. Nach unseren Informationen hat man ihn dazu aufgefordert. Man kann nicht ernsthaft erwarten, dass er sich gegen den Vorstand stellt. Wir sind Lukas deswegen nicht böse. Wir bezweifeln allerdings, ob er im Detail über unser Vorhaben informiert ist. Wenn er sich mit uns unterhalten würde, würde er unsere Position mit Sicherheit verstehen. Aber das können wir nach der Saison besprechen, wenn wir die Liga gehalten haben.
Fußballvereine gelten nicht gerade als Hort demokratischer Prozesse. Gäbe es fc-reloaded, wenn der FC von einem erfolgreichen „Diktator“ geführt würde?
Vermutlich nicht. Im Erfolgsfall wäre den meisten Mitgliedern die Vereinsstruktur wahrscheinlich egal. Erst wenn der Erfolg ausbleibt, fallen die Mängel ins Auge. Eine Korrektur ist dann besonders dringlich, um den Verein zukunftsfähig und modern aufzustellen. Dabei sind die demokratische Mitbestimmung der Mitglieder, transparente Strukturen und Entscheidungsprozesse sehr modern. Das ist nicht zuletzt durch Stuttgart 21 deutlich geworden.

Hilft gegen die „strukturellen Defizite“ des FC wirklich mehr Demokratie?
Mehr Demokratie garantiert nicht automatisch Erfolg, aber mehr Demokratie bietet mehr Möglichkeiten für den Krisenfall. Aktuell klammert sich der FC-Vorstand verzweifelt an seine Macht. Er versucht, die Opposition zu ignorieren und vor allem zu diskreditieren. Dabei kann er sich auf eine mitgliederfeindliche Satzung stützen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung kann beim FC nur bei einem Quorum von 20 Prozent einberufen werden, bei Borussia Dortmund sind es fünf Prozent. Das Gesetz spricht von zehn Prozent. Nach einem uns vorliegenden Rechtsgutachten ist die FC-Satzung hier rechtswidrig.
Kann der FC trotz dieser Satzung auch anders?
Wir glauben daran. Wir sind zuversichtlich, dass der FC bundesweit als erster wirklich demokratischer, transparenter und moderner Verein Schlagzeilen macht und zu erfolgreicheren Zeiten aufbricht.
Mehr unter: www.fc-reloaded.de
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