
Musik dröhnt aus einer Lautsprecherbox. Das Klappern von Steppschuhen hallt über die Trainingsfläche. Menschen tanzen, springen oder dehnen sich vor dem Spiegel, der einen großen Teil der Hallenwand bedeckt, unter kritischen Blicken wiederholen sie Bewegungen, arbeiten an Details, korrigieren einander.
„Wir haben teilweise auch Leute von der Weltspitze, die hier trainieren“, sagt Silvester Kiunka, Trainingsstätten- und sportlicher Leiter des Open Space in Bochum. In dem Trainingszentrum, rund 15 Fußminuten südwestlich vom Bermudadreiecks gelegen, gilt das Prinzip „each-one-teach-one“ – jeder bringt jedem etwas bei. Die Fähigkeiten, die professionelle Trainer:innen auch in kostenlosen Workshops vermitteln, können die Teilnehmenden hier selbstständig vor und nach den Workshops üben.
Einander etwas beibringen
Der Open Space wurde 2015 eröffnet und ist ein Projekt des Streetart-Projekts Urbanatix. Hier trainieren auch Performancekünstler:innen, die in die Urbanatix-Shows eingebunden sind. Die Angebote des Open Space richten sich vor allem an Jugendliche ab sechzehn Jahren und junge Erwachsene, werden aber auch von Senioren wahrgenommen. Sie können werktags (16-21 Uhr) und samstags (15-21 Uhr) frei trainieren. Wer noch keine sechzehn Jahre alt ist, kann an Workshops teilnehmen und darüber hinaus an zwei Terminen pro Monat frei trainieren.
Bis zum 27. Lebenjahr sind alle Angebote des Open Space kostenlos zugänglich. Ältere können entweder für den Tageseintritt (3 Euro) oder für eine Jahresmitgliedschaft (100 Euro) zahlen, zudem gibt es Ermäßigungen beispielsweise für Bürgergeld-Empfänger:innen. Die kostenlosen bzw. günstigen Angebote sind möglich, weil der Open Space als „kulturpädagogisches Projekt“ von der Stadt Bochum und dem Land NRW gefördert wird.
Sport und Film
Die Halle war einmal eine Spielhalle für Kinder, jetzt bietet sie neben einer großen Fläche für Tanz und Akrobatik unter anderem eine Fahrrad-Rampe, eine Tischtennisplatte, Parkour-Installationen und eine Schaumstoffgrube. Frei nutzbar ist auch die sogenannte Open Identity Box. Hier stehen ein Mikrofon und ein Mischpult für die Video- und Soundproduktion.
„Hier spielt es keine Rolle, wer du bist“, sagt Silvester Kiunka, „wir begegnen uns alle auf Augenhöhe.“ Das Ziel sei: sich zu bewegen. Im wörtlichen und im übertragenen Sinn. „Wir bilden eine Gemeinschaft, in der jeder seinen Individualismus ausleben kann“, so Kiunka.
Publikumswünsche
Das Team des Open Space besteht aus vier Festangestellten und einem Pool aus professionellen freien Trainer:innen, von denen acht regelmäßig in die Workshops und Trainingseinheiten eingebunden sind. Was im Open Space passiert, ist sowohl Sache des Teams als auch der Teilnehmenden, deren Vorschläge und Ideen berücksichtigt werden. „Ein Beispiel dafür ist die Schaumgrube. Die Idee kam von Leuten aus unterschiedlichen Disziplinen“, erklärt Kiunka. Deshalb führen jetzt Fahrrad-Rampen zur Grube. Man kann sich aber auch von einer Plattform oder sich zuvor an Stangen an der Wand entlanghangeln.
Am Ausgang des Open Space steht ein Klavier. „Ich wusste nicht, wohin damit. Zuhause habe ich es nicht gebraucht. Deshalb steht es jetzt hier“, sagt Kiunka.
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