Vor 50 Jahren starb Dmitri Schostakowitsch. Allein dem Verhältnis zum Diktator Josef Stalin ist ein eigenes Buch gewidmet, überhaupt weckte die Vita dieses russischen Komponisten die Fantasie zahlreicher Romanschreiber. Die Kollegen Strawinsky, Rachmaninow und Prokofjew zogen die Emigration vor, nur Schostakowitsch hielt der Verfolgung und staatlichen Diskreditierung stand, mit subtilen Botschaften in musikalischer Form, die er dem Regime selbst in staatlichen Aufträgen unterjubelte. Autor Julian Barnes schilderte in „Der Lärm der Zeit“ aus dem Leben des „Manns mit dem Koffer“, der jederzeit gepackt hatte, falls er verhaftet werden sollte.
In der Kammermusik und speziell im Streichquartett hat Schostakowitschein reiches und doppelbödiges Werk hinterlassen, das nun vom Jerusalem Quartet mit fünf Konzerten im September abgebildet wird. Eins davon spielen die im 30igsten Jahr musizierenden Herren zusammen mit der russischen Pianistin Elisabeth Leonskaja, zu hören ist das einzige Klavierquintett des Komponisten. Zwei Konzerte in Köln und drei Konzerte in Bonn betonen die Kooperation der zwei benachbarten Städte, für die in der Vergangenheit schon große Pläne gemacht wurden, die aber regelmäßig scheiterten, wie etwa eine Zusammenlegung der Opern. Die Bonner Beethoven-Halle wird im Dezember neu eröffnet, eine Runderneuerung mit sechs Jahren Verspätung und einer Verfünffachung der einstmals geschätzten Baukosten – da führt Köln mit seiner Oper eindrucksvoll.
In Bonn sind die intimeren Räume vorgesehen, aber der erste Geiger Alexander Pavlovsky hegt Hoffnung auch auf ein größeres Publikum. Auf einer Probe erzählt er: „Es ist eine Musik voller Kontraste, und ich denke, dass das Publikum sehr leicht mit dieser Musik zurechtkommt.“ Die in Wien beheimatete Elisabeth Leonskaja ist in der laufenden Saison Porträtkünstlerin der Philharmonie. Sie umschreibt die Anforderung dieser Position mit einem Wort: „Verantwortlichkeit!“ Das beginnt mit Schostakowitsch.
Jerusalem Quartet | Kölner Philharmonie | 19., 23.9. | Beethovenfest Bonn | 18., 20., 21.9.
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