Wild wirbelt die große Trommel zum anschwellenden Klang eines groß besetzten Orchesters. Ein überwältigendes Naturspektakel aus Klang eröffnet das Szenario der eindrucksvollen Reise zu den kleinen Dörfern der italienischen Region Cinque Terre. „Liguria“ nannte die schwedische Komponistin Andrea Tarrodi ihr Werk, das nun das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra in Köln spielt. Tarrodis Musik hat starke lautmalerische Kraft, ihre Musik erklang auch schon bei der „Last Night of the Proms“ in London, ein Ritterschlag für eine zeitgenössische Komponistin.
Auch die Solistin des philharmonischen Abends stammt aus Schweden. Nina Stemme, die fünf Sprachen fließend spricht, hat sich dank ihrer internationalen Gesangskarriere zu einer Weltbürgerin entwickelt – mit Sitz in Stockholm. Sie widmet sich den „Kindertotenliedern“ Gustav Mahlers, fünf in düsterem Moll startenden Orchesterliedern, die im fünften Lied hoffnungsvoll die Kraft der Liebe entdecken. Wenige Jahre nach der Vertonung dieser Gedichte aus der Feder Friedrich Rückerts traf der Schicksalsschlag Familie Mahler hart, als Almas und Gustavs vierjährige Tochter Maria-Anna durch eine Diphterie, damals im Volksmund als „Würgeengel der Kinder“ bezeichnet, aus dem Leben gerissen wurde.
Nina Stemme, auch Mutter dreier Kinder, besitzt die stimmliche und psychologische Kraft für solche Trauergesänge. Ihr Repertoire beeindruckt, von Haydn, Mozart und Gluck wechselte sie zu Verdi und Wagner, aktuell steht in Berlin die Walküre auf dem Programm. Auf die Ernennung zur Bayrischen Kammersängerin folgten kürzlich die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper und der Österreichische Musiktheaterpreis.
Preisverdächtig ist auch Chefdirigent Ryan Bancroft, ein Mann aus Los Angeles, der vor seiner Dirigenten-Ausbildung neben Trompete, Harfe, Flöte und Cello auch ghanaische Musik und Tanz studierte. Er ist ein Mann der Neuen Musik und wird sich in Köln mit Tschaikowskys Fünfter beschäftigen. Das war auch einmal Neue Musik, und es ist reichlich zu tun am Dirigierpult.
Nina Stemme / Königliches Philharmonisches Orchester Stockholm / Ryan Bancroft | Mo 24.3. 20 Uhr | Kölner Philharmonie | 0221 28 02 80
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