Im Anfang war das Wort, und am Ende steht das Bild. Alice Buddeberg bringt zum Auftakt des Bonner Schauspiels Alfred Döblins „Karl und Rosa“, den vierten Teil des Romans „November 1918“, auf die Bühne und rahmt ihre Inszenierung mit dem Ausbuchstabieren eines projizierten Textes durch die Schauspieler und einem schnell geschnittenen Kompendium aktueller Aufstände.
Das Leben an der Spitze der Nahrungskette ist hart und mühsam. Denn die Welt ist ein „Tummelplatz gequälter und geängstigter Wesen, welche nur dadurch bestehen, dass eines das andere verzehrt, wo daher jedes reißende Tier das lebendige Grab tausend anderer und seine Selbsterhaltung eine Kette von Martertoden ist“
In Bayreuth ist es wie in der Freien Szene: ungemütlich. Enge Sitzreihen, mitgebrachte Kissen und die provisorische Baugerüstplane, die in diesem, dem Wagner-Jahr, das Festspielhaus zierte. Ungemütlich ja, aber was tut man nicht alles, um der Hochkultur zu huldigen, selbst wenn sie in Plastik gehüllt ist.
„Wenn Sie die Möglichkeit hätten, etwas aus der Vergangenheit, aus Ihrer persönlichen Biografie oder aus der Geschichte der Menschheit, das uns oder Sie belastet, zu erlösen – was wäre das?“ Diese Frage bekommt jeder Zuschauer beim Eintritt in Daniel Schüßlers utopische Höhle überreicht.
Sie geben sich zurückhaltend und platzen doch vor Neugier. Zunächst sind nur ein paar Töne hörbar, dann mogeln sich Hände hervor. Und wenn dann die vier Köpfe um das aufrecht stehende Bett lugen, ist kein Halten mehr.
Neun Männer in Bettlersäcken lassen sich auf überdimensionalen Eiern nieder und brüten was aus. „Wir proben den Aufstand. Dies ist eine Besetzungsprobe. Wir haben die Bühne besetzt“ skandieren sie in feiner Doppeldeutigkeit.
„Schönheit der Vergänglichkeit“ nennt die Gruppe raum13 ihre kleine historische Reihe, in der die Geschichte des Konzerns Klöckner Humboldt Deutz mit der Gegenwart verkoppelt wird. In dem Titel steckt nicht nur die Beschwörung des Verschwindens als ästhetischer Vorgang, sondern auch ein Ruinenbewusstsein, das aus den Trümmern die katastrophischen Zeitläufte lesbar machen möchte.
Undankbar sind sie immer noch. Da verliest Johanna Freiburg einen Brief ihrer Großmutter, die in der damaligen BRD quasi im Akkord Päckchen packte und in die DDR sandte. Ihr gegenüber sitzt als Ossi-Pendant Annett Gröschner. Sie zählt auf, was alles bei ihnen angekommen ist, und fragt dann „Warum hat eigentlich deine Großmutter keine Tampons geschickt?
Der immer noch wichtigste Kern der Gesellschaft bleibt die Familie, die sich immer häufiger nicht nur wirtschaftlich, sondern auch psychosomatisch Angriffen ausgesetzt sieht, die sie aus eigener Kraft kaum abwehren kann. Der Brite Dennis Kelly packt viel Sozialkritik in sein Stück „Waisen“, das unter der Oberfläche auch den unterschiedlichen Lebensweg zweier Kinder beschreibt, die gemeinsam in verschiedenen Familien aufwachsen müssen, da ihre Eltern bei einem Brand ums Leben gekommen sind.
Der Amerikaner Jay Asher schrieb mit seinem Jugendroman „Tote Mädchen lügen nicht“ einen Weltbestseller. Die Idee zum Buch entstand während eines Museumsbesuchs, als ihm die Stimme seines Audio-Guides beschrieb, was er vor sich sah. Die Welt wirkt rätselhaft auf uns, da kann es schon nützlich sein, wenn einem jemand erklärt, welche Zusammenhänge sich hinter dem Augenschein verbergen.
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